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Beste Noten Für die Jugend gilt: Zum Glück aus Osnabrück

Von Michael Schiffbänker | 22.09.2011, 17:33 Uhr

Der Spruch „Ich komm zum Glück aus Osnabrück“ mag in die Jahre gekommen sein, doch für junge Menschen gilt er weiterhin. Eine Umfrage des Landesjugendrings hat ergeben: Die Jugendlichen in Osnabrück sind zufriedener als ihre Altersgenossen in anderen Regionen Niedersachsens.

„Es gibt eben viele Angebote für junge Menschen in der Stadt“, sagt Hans-Georg Weisleder, der den Fachdienst Jugend bei der Stadt Osnabrück leitet. Allerdings schränkt er ein, dass ein gutes Angebot allein nicht reiche. Schließlich entscheide jeder selbst, ob und wie er es nutze. Die Osnabrücker Jugendlichen jedenfalls scheinen das, was ihnen die Stadt bietet, höher wertzuschätzen als ihre Altersgenossen in anderen Kommunen des Landes.

An der Online-Umfrage des Landesjugendrings hatten sich von Juli bis Anfang September landesweit 4834 junge Menschen beteiligt. Fast alle waren zwischen 10 und 27 Jahren alt. Sie beantworteten die vorgegebenen 16 Fragen zu den Themen Freizeit, Beteiligung und Ausbildung/Schule. Dabei bewerteten die Teilnehmer beispielsweise das kulturelle Angebot ihrer Heimat, den dortigen Personennahverkehr und die Situation auf dem Ausbildungsmarkt mit Schulnoten.

Die Stadt Osnabrück kam dabei auf einen Durchschnitt von 2,8. Diesen Wert erreichte nur noch der Kreis Vechta. Auf dem dritten Rang landete Georgsmarienhütte mit einer 2,9. Der Landkreis Osnabrück fand sich dank einer 3,3 im Mittelfeld wieder. Am schlechtesten bewerteten die Jugendlichen des Kreises Helmstedt ihre Heimat: Sie vergaben eine 3,8.

Ein solides „befriedigend“ reichte Osnabrück, um zur Vorzeigekommune zu werden. Besonders gut (2,2) kommt das Sportangebot der Vereine an. Auch die Situation auf dem Arbeitsmarkt (2,7) schneidet im Verhältnis zu anderen (Kreise Nienburg und Osterode: 3,8) gut ab.

Wenn es allerdings um die Beteiligung an politischen Entscheidungen geht, fühlen sich die Osnabrücker weniger stark (3,3) eingebunden. Den Einsatz der Politiker für die Belange junger Menschen beurteilen sie noch schlechter (3,8). Dabei habe die Stadt zuletzt so viele kreative Angebote geschaffen, um das Verhältnis zur Politik zu verbessern, sagte Weisleder und zählte Aktionen wie die Kinderstadt und die Demokratiewerkstatt auf. „Aber die Bewertung zeigt uns: Wir müssen noch mehr auf diese Angebote aufmerksam machen.“ Eine Chance, Jugend und Politik einander näher- zubringen sieht Weisleder im Jugendparlament. Den Gedanken, ein solches in Osnabrück einzuführen, gibt es schon länger. Umgesetzt ist er noch nicht. „Aber das wäre etwas, das den Bedürfnissen der jungen Leute gerecht werden könnte“, sagt Weisleder.

Insgesamt seien die Jugendlichen in Niedersachsen allerdings weniger zufrieden als bei der Erhebung im Jahr 2006, stellte der Landesjugendring fest. Woran das liegt, bleibt unklar. Ebenso wie die Frage danach, wie repräsentativ die Umfrage ist. Aus Osnabrück nahmen 62 Jugendliche teil. Aber immerhin für die gilt offensichtlich: „Ich komm zum Glück aus Osnabrück.“