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Berufsschüler tüfteln Robotik-Meisterschaft in Osnabrück

Von Regine Hoffmeister | 26.02.2014, 19:04 Uhr

Erstmals fanden die Deutschen Meisterschaften im Wettbewerb „Mobile Robotik“ in Osnabrück statt. Drei Tage lang tüftelten die acht qualifizierten Finalteams aus Berufsschulen in Pfaffenhofen, Erfurt, Goslar und Osnabrück in der Aula der Berufsbildenden Schulen an der Brinkstraße über komplizierten Programmieraufgaben.

Im Kern ging es beim Wettbewerb darum, den autonom arbeitenden Roboter „Robotino“ so zu programmieren, dass er sich selbstständig durch einen kleinen Parcours bewegt und dabei einen Puck nacheinander in drei Tore befördert. Die zweite Aufgabe bestand darin, mit einem am Robotino montierten Gabelstaplerelement Flaschenkästen zu befördern.

Thomas Kühler (22) und Lukas Stollberg (20) aus Erfurt meisterten diese beiden Aufgaben am besten und schnellsten. Die beiden machen aktuell eine Ausbildung zum Mechatroniker bei Schuler Pressen in Erfurt. Für die Vorbereitung auf den Wettbewerb wurden sie von ihrem Ausbildungsbetrieb freigestellt. „Wir waren schon bei der letzten Europameisterschaft in Leipzig dabei“, berichtete Thomas Kühler. Dort hatten sie den fünften Platz belegt.

Als geheime Favoriten im Wettbewerb setzten sie gleich beim ersten Parcours-Durchlauf Maßstäbe, indem sie als Einzige in der Wertung die volle Punktzahl holten. Bei den folgenden Durchgängen ging es ihnen nur noch darum, die Geschwindigkeit des Robotino zu erhöhen.

Sebastian Schmidt (21), Auszubildender zum Elektroniker für Automatisierungstechnik bei Meurer Verpackungssysteme in Fürstenau, und seinem Teamkollegen Marc Töpker aus Merzen, gelang beim ersten Durchlauf der erste von drei Torschüssen, danach aber stockte der Robotino. „Wir tüfteln noch an den Koordinaten. Dann klappt es beim nächsten Mal hoffentlich besser“, so Schmidt.

Drei Stunden hatten die Zweierteams jeweils Zeit, die entsprechenden Aufgaben vorzubereiten. Ein Betreten des Parcours zum Abmessen der Abstände zwischen Hindernissen und Toren war nur für dreimal 15 Minuten erlaubt. Sobald der Robotino dann gestartet wurde, durfte nicht mehr eingegriffen werden.

Ausbildungsbetriebe und Berufsschulen fördern die jungen Wettbewerbsteilnehmer mit Fachwissen, Freistellungszeiten und Übungsmaterial. „Für die Betriebe ist die Teilnahme der Azubis am Wettbewerb natürlich auch Werbung für ihre Ausbildung“, so Andreas Kahmann, Fachlehrer für Metallbau und Informatik an den BBS an der Brinkstraße. Aufgrund des Fachkräftemangels hätten sie immer größere Schwierigkeiten, freie Ausbildungsstellen zu besetzen.

Neben Technikbegeisterung müssen die Teilnehmer mechanische, elektrische und elektronische Systeme innerhalb eines Roboters beherrschen und sogenannte Soft Skills wie Teamwork und Arbeiten unter Zeitdruck mitbringen, so Ulrich Karras vom Verein WorldSkills Germany , der den internationalen Wettbewerb ausrichtet. Die Teilnehmer seien vor allem angehende Elektroniker für Automatisierungstechnik, Geräte- und Systemtechnik sowie Mechatroniker. „Informatiker sind eher selten dabei. Die wissen zwar bei der Programmierung sehr gut Bescheid, haben aber oft ein weniger gut ausgebildetes technisches Verständnis“, so der Experte.

Das Siegerteam aus Erfurt darf bei den Europameisterschaften im französischen Lille im Oktober Deutschland vertreten. Auf Platz zwei konnten sich Marc Töpker und Sebastian Schmidt platzieren, auf dem dritten Platz Raphael Rohatsch und Christopher Anders, Mechatroniker-Auszubildende bei R&R Ice Cream in Osnabrück.