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Bedauern über den „Brockxit“ Johannes Brockmeyer als Leiter der BBS Brinkstraße verabschiedet

Von Joachim Dierks | 01.02.2017, 13:21 Uhr

Oberstudiendirektor Johannes Brockmeyer wurde nach knapp 25 Jahren an der Spitze der Berufsbildenden Schulen des Landkreises an der Brinkstraße in den Ruhestand verabschiedet. Landrat Michael Lübbersmann würdigte ihn als maßgeblichen Motor, der die Schule zu einem Aushängeschild in der Bildungsregion Osnabrück gemacht habe.

Wenn auch sonst der Volksmund behauptet, dass nirgendwo so viel gelogen wird wie auf Verabschiedungen und nach der Jagd, so läge er hier falsch. Denn die stattliche Riege der Laudatoren war sich durchgehend einig: Die BBS Brinkstraße stünden heute nicht da, wo sie stehen, wenn nicht Brockmeyer sie mit großer Energie in Richtung eines Innovations- und Zukunftszentrums mit modernster Ausstattung und klugen pädagogischen Konzepten entwickelt hätte.

Wertvolle Kooperationen

Der Bundestagsabgeordnete Rainer Spiering (SPD), früher selbst Kollege an dieser Schule, erinnerte daran, dass zu Beginn von Brockmeyers Karriere die Großindustrie maßgeblicher Partner der BBS war, dann aber wegstarb oder an Bedeutung verlor. Brockmeyer habe es verstanden, als ständiger „Taktgeber und Innovationsmotor“ umzusteuern und genauso wertvolle Kooperationen mit Mittelstand und Handwerk einzugehen. Wenn heute die Jugendarbeitslosigkeit im Osnabrücker Land weniger als drei Prozent betrage, dann hätten die BBS Brinkstraße ihren Anteil daran. „So etwas fällt nicht vom Himmel, sondern ist gemacht worden“, sagte Spiering.

Silberne Ehrennadel des Handwerks

Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Sven Ruschhaupt, heftete Brockmeyer für seine Verdienste um die duale Ausbildung die Silberne Ehrennadel des Handwerks ans Revers. Leitender Regierungsschuldirektor Matthias Pietsch ging auf den Berufsweg des scheidenden Schulleiters ein. Brockmeyer sei selbst ein Kind der dualen Ausbildung und habe in eigener Person als Schüler hier die Metallberufsschule besucht. Nach dem Studium kam er als Assessor 1979 an „seine“ Schule zurück, wurde 1980 Studienrat, bald danach Fachberater für Elektrotechnik und trat 1988 als Studiendirektor in die Schulleitung ein, um dann 1992 als „Kapitän“ das Kommando über das „Flaggschiff“ der Berufsbildenden Schulen des Landkreises zu übernehmen.

Phasenwechsel

Brockmeyer selbst erklärte, er könne nur „den großen Blumenstrauß, den Sie mir gebunden haben“, an das gesamte Kollegium weiterreichen. Neben den vielen ernst gemeinten Würdigungen kam das Launige nicht zu kurz. Der stellvertretende Schulleiter Frank Baller bediente sich der Sprache der Elektrotechnik und sinnierte anhand verschiedener Schaubilder, wie denn wohl der „Phasenübergang“ im Falle Brockmeyer aussehen werde. Pietsch wünschte viel Glück für den Phasenwechsel vom „Schul-Leiter zum Null-Leiter“, wobei er sich sogleich den Fehler ankreiden lassen musste, dass der „Null-Leiter“ heute „Neutral-Leiter“ heiße. Das Schulleitungsgremium schenkte ein Kochbuch mit dem Titel „BBS – Braten, Backen, Schlemmen“. Namens des Kollegiums und des Personalrats hielt Stefan Uphaus fest, dass er dem „Brockxit“ nur unter Protest zustimmen könne. Zum Abschluss setzten Schüler-Lehrer-Band und Lehrer-Chor Langhaar-Perücken auf, womit sie an Brockmeyers frühere Haarpracht erinnerten, und musizierten als „Brockmeyer Revival Band“ zur Melodie von Udo Jürgens‘ „Ich war noch niemals in New York“.