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Auto- und Lkw-Fahrer verurteilt? Neun tote Fußgänger und Radfahrer in Osnabrück seit 2014 – Was wurde daraus?

Von Jörg Sanders | 27.12.2016, 07:27 Uhr

Seit Anfang 2014 sind auf Osnabrücks Straßen neun Fußgänger und Radfahrer ums Leben gekommen. Wie endeten die Fälle juristisch?

Fünf tote Radfahrer, vier tote Fußgänger. Sieben beteiligte Lkw, zwei Autos. Das ist die Bilanz in Osnabrück seit 2014. Inwieweit hatten die tödlichen Unfälle Konsequenzen für die Lkw- und Autofahrer? Unsere Redaktion hat bei der Staatsanwaltschaft Osnabrück nachgefragt.

Gegen alle Fahrer leitete die Staatsanwaltschaft Verfahren wegen fahrlässiger Tötung ein. Vier Urteile sind inzwischen rechtskräftig, die Fahrer seither vorbestraft.

Die Unfälle seit Anfang 2014:

Oktober 2016: Am Goethering/Berliner Platz stirbt eine Radfahrerin unter abbiegendem Lkw. Dieser Fall ist bei der Staatsanwaltschaft noch in Bearbeitung.

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September 2016: An der Ecke Petersburger Wall und Holtstraße überrollt ein Lkw einen Fußgänger. Der 90-Jährige stirbt daraufhin. Die Staatsanwaltschaft sah von der Erhebung einer öffentlichen Klage ab und stellte das Verfahren gemäß § 153a der Strafprozessordnung gegen eine Geldauflage ein.

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März 2016: Auf der Sutthauser Straße gerät eine Fußgängerin unter einen abbiegenden Lkw und stirbt später. Der Lkw-Fahrer wurde zu 140 Tagessätzen á 30 Euro verurteilt (4200 Euro). Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sollte es das in dieser Form werden, wäre der Lkw-Fahrer vorbestraft. Denn bei einer Strafe von mehr als 90 Tagessätzen ist der Verurteilte vorbestraft, erklärt Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer im Gespräch mit unserer Redaktion.

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November 2015: Auf dem Blumenhaller Weg erfasst ein Auto einen 80-jährigen Fußgänger, der später stirbt. Die Autofahrerin wurde zu einer Geldstrafe von 4800 Euro verurteilt (120 Tagessätze á 40 Euro). Das Urteil ist rechtskräftig. Da die Frau mehr als 90 Tagessätze zahlen musste, ist sie vorbestraft.

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Oktober 2015: Am Springmannskamp gerät ein Radfahrer unter einen abbiegenden Lkw und stirbt später. Per Strafbefehl musste der Lkw-Fahrer 5200 Euro zahlen (130 Tagessätze á 40 Euro). Das Urteil ist bereits rechtskräftig. Damit ist der Lkw-Fahrer vorbestraft.

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Oktober 2014: An der Ecke Johannistorwall und Kommenderiestraße gerät ein Radfahrer unter einen abbiegenden Lkw und stirbt später. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen den Lkw-Fahrer gegen eine Geldauflage ein (gemäß StPO § 153 a bei Gericht).

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September 2014: Auf der Bohmter Straße erfasst ein Auto zwei Radfahrer. Eine Frau stirbt, der Mann wird schwer verletzt. Die Autofahrerin wurde zu einer Geldstrafe von 3000 Euro verurteilt (150 Tagessätze á 20 Euro). Das Urteil ist rechtskräftig, die Autofahrerin damit vorbestraft.

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August 2014: Auf der Iburger Straße stirbt eine Fußgängerin unter einem abbiegendem Lkw. Die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren gegen den Lkw-Fahrer gegen eine Geldauflage ein (gemäß StPO § 153 a bei Gericht).

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März 2014: An der Ecke Johannistorwall und Kommenderiestraße stirbt ein Radfahrer unter einem abbiegendem Lkw. Der Lkw-Fahrer erhielt eine Geldstrafe in Höhe von 4200 Euro (140 Tagessätze á 30 Euro). Das Urteil ist rechtskräftig, damit ist der Lkw-Fahrer vorbestraft.

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