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Ausstellungsreihe in Osnabrück „Ich bin klein, mein Herz ist rein“ im Offspace

Von Tom Bullmann, Tom Bullmann | 30.06.2016, 18:16 Uhr

Ein Kindergebet dient drei Kunstgeschichtsstudierenden als Titel für eine Ausstellungsreihe, die am vergangenen Wochenende eigentlich enden sollte. Doch die drei Offspace-Kuratoren sind offenbar Feuer und Flamme: Nach den Semesterferien wird die Reihe fortgesetzt.

Es piepst, es blinkt, ein Schwamm malt wie von Geisterhand gesteuert Figuren auf eine Leinwand: „Quatsch mit Computern“ hieß die letzte Wochenend-Ausstellung, mit der die Reihe „Ich bin klein, mein Herz ist rein“ beendet wird. „Bis September machen wir jetzt erst einmal Sommerpause“, sagt Pia Beholz. Zusammen mit Lilli Braun studiert sie an der Universität Osnabrück Kunstgeschichte. Im Rahmen des Medienkunstprojekts „nature on/off“, das im vergangenen Jahr seitens der Universität für eine Bereicherung des Kulturjahres „Wir sind im Garten“ sorgte, hatten die beiden Studentinnen und ihr Kollege Jan-Hendrik Steffan erstmals in das Tätigkeitsfeld eines Kurators hineingeschnuppert.

„Eine tolle Erfahrung. Wir konnten uns bei „nature on/off“ um alles zu kümmern: Exponate auswählen, Künstler einladen, die Location präparieren, Öffentlichkeitsarbeit. Als das Projekt zu Ende war, wollten wir unbedingt weitermachen“, erzählt Lilli Braun.

Ladenlokal als Projektraum

Im direkten Umfeld der Universität entdeckten sie ein leer stehendes Ladenlokal, das ihren Vorstellungen von einem unabhängigen, nicht kommerziellen Projektraum, auch „Offspace“ genannt, entsprach. Recherchen ergaben, dass die Gebäudeeigentümer, die Evangelischen Stiftungen Osnabrück, die Räumlichkeiten an der Alten Münze 23 in absehbarer Zeit nicht vermieten würden. Und: Die Studierenden dürften ihn so lange nutzen, bis über die Zukunft der Immobilie entschieden sei.

Also machte sich das Dreierteam an die Arbeit: Zunächst akquirierten sie Kommilitonen, die in dem Projektraum ausstellen wollten. So präsentierten vier Osnabrücker Studierende im Januar die erste Ausstellung: „Wir fotografieren analog, alles auf Barytpapier und nebenbei läuft Techno“.

Angehende Kuratoren

Aber Beholz, Braun und Steffan blickten auch über die Stadtgrenzen hinaus: An Kunsthochschulen in Hamburg und Essen fanden sie Künstler wie Pascal Brinkmann und Josephine Scheuer, die Einzelausstellungen realisierten. Ob Malerei, Fotografie, Bildhauerei oder Medienkunst, bezüglich der Gattungen wollen sich die angehenden Kuratoren nicht einschränken: „Jung soll die Kunst sein oder von Studierenden geschaffen“, sagt Steffan, der mittlerweile an der Ruhruniversität Bochum eingeschrieben ist. Durch seine frühere Ausbildung bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Intecon hat er auch gleich einen Sponsor ins Boot holen können, der für solch ein Unterfangen ungemein wichtig ist.

Daher machen die Drei nach den Semesterferien auch weiter: zu fünft. Mit Tim Duvendack und Malte Otto hat das Team bereits Zuwachs bekommen. Zunächst „leiht“ das Kunstquintett den Raum im Juli anderen Studierenden, die hier eine temporäre „Pop Up-Gallery“ eröffnen wollen. Vom 23. bis 25. September präsentiert das Team dann Kunst von Timo Hoheisel, einem Studenten aus Braunschweig. Weitere Ausstellungen sind in Vorbereitung.