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Ausstellung in Osnabrück 700 Millionen Jahre Erdgeschichte im Museum am Schölerberg

Von André Pottebaum | 05.01.2017, 13:18 Uhr

Das Museum am Schölerberg in Osnabrück hat die Sonderausstellung „Schlaglichter der Erdgeschichte“ eröffnet. Im Zeitraffer werden Besucher durch 700 Millionen Jahre erdgeschichtliche Entwicklung geführt.

„Dass wir die Ausstellung nun in Osnabrück haben, finde ich sehr gut. Sie stellt den Zusammenhang zwischen dem Piesberg und dem Museum am Schölerberg dar und macht Lust auf das Thema Erdgeschichte“, sagte Wolfgang Griesert bei der Eröffnung der Ausstellung. Konzipiert wurde diese von der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt, eine der führenden Einrichtungen für biologische Vielfalt. 2013 wurde sie erstmals in Frankfurt ausgestellt und anschließend in Dresden, Braunschweig und Wien gezeigt.

Die Ausstellung ist aufgeteilt in zwei inhaltliche Bereiche: Der erste Teil zeichnet 650 Millionen Jahre erdgeschichtlicher Entwicklung nach und zeigt, wie der Planet einst ohne den Einfluss des Menschen aussah. Im zweiten Teil geht es um das Erdsystem der heutigen Zeit und um die Forschung zur zukünftigen Entwicklung von Klima und Artenvielfalt. Da der Ausstellungsraum im Museum am Schölerberg für die komplette Ausstellung nicht groß genug ist, wird sie in zwei Abschnitten präsentiert. Vom 4. Januar bis 14. Mai wird Teil 1 der Wanderausstellung „Planet 3.0“ unter dem Namen „Schlaglichter der Erdgeschichte“ gezeigt. Zwischen dem 11. Juni und dem 29. Oktober folgt dann der zweite Teil „Die Zukunft unseres Planeten“.

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Zeitreise durch die Erdgeschichte

„Wir sind sehr glücklich mit der Aufteilung der Ausstellung, da es den Besuchern die Möglichkeit gibt, sich mehrfach mit der Erdgeschichte zu beschäftigen“, sagte Museumsleiter Norbert Niedernostheide. Die aktuelle Ausstellung gliedert sich in sieben verschiedene Abschnitte, die unterschiedliche Erdzeitalter vorstellen und auf die spezifischen Lebensbedingungen der „Epoche“ eingehen. Zusätzlich wird in jedem Raum mithilfe eines Globus die jeweilige Situation der Kontinente, aber auch die Eisbedeckung unserer Erde veranschaulicht.

Gestartet wird mit dem Kryogenium vor über 650 Millionen Jahren, als die ersten Vielzeller Fotosynthese betrieben und so für den ersten Sauerstoff auf unserem Planeten sorgten. Im Abschnitt „Perm“ wird gezeigt, wie vor 251 Millionen Jahren Vulkanausbrüche zum größten Massensterben der Erdgeschichte beitrugen und 95 Prozent aller Tier- und Pflanzenarten vernichtet wurden. Abgeschlossen wird die Ausstellung mit der Pleistozän, einer Epoche vor 40 Millionen Jahren, in der sich Warm- und Kaltzeiten regelmäßig abwechselten, was eine Anpassung des Menschen an die Zwänge der Natur erforderte.

Interaktive Ausstellung für Besucher

Für Museumsleiter Norbert Niedernostheide liegt das Besondere der Ausstellung in der interaktiven Gestaltung für den Besucher, der sich mit den Ausstellungsobjekten intensiv auseinandersetzen und so in die erdgeschichtliche Entwicklung eintauchen kann. „Wir haben aber auch eine ganze Reihe von Originalobjekten vor Ort sowie rekonstruierte Modelle“, so Niedernostheide. Die Ausstellung vermittle somit einen kurzen Überblick über die Veränderungen der Lebensbedingungen sowie über die Fähigkeit der Forscher, zukünftige klimatische Veränderungen zu prognostizieren. „Die Ausstellung zeigt unsere Forschungsarbeit der vergangenen acht bis neun Jahre auf dem Gebiet des Klimawandels und verdeutlicht den permanenten Wechsel, in der sich die Erde befindet“, erklärte Volker Mosgrubber, Generaldirektor der Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung.

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