Ein Artikel der Redaktion

Ausstellung im Ameos-Klinikum Osnabrücker Dozenten zeigen ihre Kunstwerke

Von Tom Bullmann | 17.08.2013, 11:30 Uhr

Keramiken, Objekte, Radierung und Malerei präsentieren vier Dozenten der Musik- und Kunstschule im Ameos-Klinikum. Der „Treffpunkt für Kunst & Kultur“ wird so zum Ausstellungsraum für Patienten und Besucher.

In den Bildern von Monika Witte schauen Menschen aus leeren Räumen durch Fenster hinaus in die Welt. Was bringt die Zukunft? Was hat die Welt da draußen an Überraschungen auf Lager? Solche Gedanken scheinen den Menschen durch den Kopf zu gehen. Oder sie warten auch nur auf das, was da kommen muss?

Solche Selbstreflexionen scheinen an diesem Ort besonders passend, denn nicht nur Patienten, sondern auch Freunde und Angehörige der hier untergebrachten Menschen haben sich vermutlich selbst schon in vergleichbar nachdenklichen Situationen befunden.

Das Rätsel der Existenz macht auch Renate Hansen in ihren Bildern zum Thema. Schläft das „Kind mit dem grünen Haar“, oder ist es gar tot? Auch das blasse Antlitz, das Hansen auf Stoff malte, wirft Fragen zum mentalen Zustand des abgebildeten Menschen auf: Traum, Rausch, Bewusstlosigkeit? Oder hat auch hier der Tod seine Finger im Spiel?

Da sind die Objekte mit bedrucktem Papier und Holzlettern von Manfred Blieffert schon eher aus dieser Welt. Und die Keramiken von Monika Herbst haben sogar einen ganz praktischen Wert: Die Deckeldosen und Schalen kann man als schmucke Aufbewahrungsbehälter, als dekorative Präsentationsteller für Bonsais oder als Küchensieb benutzen.

„Wir wollen mit der Ausstellung darauf hinweisen, dass wir als Dozenten nicht nur lehren, sondern auch praktisch arbeiten“, sagt der stellvertretende Leiter der Musik- und Kunstschule, Manfred Blieffert. Wenn sie nicht künstlerisch praktizierten, versänken sie in pädagogischer Routine. „Kunst ist für uns ein Lebensmittel, ohne das wir unseren Job als Dozenten nicht gut machen könnten“, ist Blieffert überzeugt.

Ameos Klinikum, Treffpunkt für Kunst & Kultur: „woher wir kommen – wovon wir leben – hinter allem“. Zu sehen bis 21. Oktober, Mo.–Fr. 9–11 und 13–15 Uhr.

TEASER-FOTO: