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Außenbecken bis Frühjahr 2013 Osnabrück: Nettebad wird zum Solebad

27.07.2012, 03:35 Uhr

Ein Wundermittel: Bei Allergien, Schlafstörungen oder Konzentrationsmangel – Sole soll helfen. Und das jetzt auch in Osnabrück: Ab dem Frühjahr 2013 werden die Osnabrücker in ihrer eigenen Sole baden können.

 Diese Osnabrücker Sole hatten die Stadtwerke Anfang des Jahres bei Erdwärme-Bohrungen auf dem Freibadgelände im Nettebad entdeckt . Ursprünglich ging es nur darum, das Schwimmbad mit Wärme aus der Tiefe zu versorgen. Dafür sollte 800 Meter tief gebohrt werden.

Mit einem Sole-Fund rechnete damals keiner. „Wir haben Späße darüber gemacht. Das war nicht zu erwarten“, erzählt Bäderchef Wolfgang Hermle von den Stadtwerken Osnabrück. Rein zufällig fanden die Stadtwerke dann die Sole-Quelle in 360 Meter Tiefe.

„Die Qualität ist sehr gut“, sagt Hermle. Die Osnabrücker Sole habe einen Salzgehalt von zweieinhalb bis drei Prozent. Bereits ab eineinhalb Prozent gilt salzhaltiges Wasser als Sole – man kann das Salz im Wasser schmecken.

Es gibt nur ein Problem mit der Osnabrücker Sole: Der Eisen- und Mangan-Anteil ist deutlich zu hoch. Würde die Sole ohne Weiteres in die Schwimmbecken eingeleitet, lagerte sich das Eisen am Boden ab, braune Flecken wären die Folge. „Das sieht unschön aus“, findet Hermle.

Um diesen unerwünschten Eisen-Anteil aus dem Wasser zu entfernen, sehen die Stadtwerke zwei Möglichkeiten: Das Sole-Eisen-Gemisch könnte zum einen separat aufbereitet und zu reiner Sole konzentriert werden. „Diese Sole wird dann dem bestehenden Wasser zugegeben“, so Bäderchef Hermle. Der Vorteil wäre, dass die Technik in den Bädern nicht umgebaut werden müsste. Aber es gäbe auch einen großen Nachteil: „Wir können die Wärme im Wasser nicht nutzen“, erklärt Hermle. Das Sole-Wasser ist 20 Grad warm, also deutlich wärmer als normales Leitungswasser.

Deshalb ist die Alternative, das Wasser direkt in die Becken zu leiten und lediglich die Technik aufzurüsten: „Wir müssten die Wasseraufbereitungsanlage und die Filtertechnik umbauen“, so Hermle.

Welches der beiden Verfahren gewählt wird, steht noch nicht fest. Die Kosten werden ausschlaggebend sein. Wie viel das ganze Vorhaben kosten wird, können die Experten der Stadtwerke momentan aber noch nicht abschätzen.

Wenn die Technik steht, können die Osnabrücker am Quellort, dem Nettebad, baden. Aber auch dort geht das nur im Außenbereich – im Saunabecken und dem achteckigen Ganzjahres-Außenbecken wird die Osnabrücker Sole fließen. Drinnen gibt es voraussichtlich kein Sole-Glück: „Die Gebäudehülle ist nicht solebeständig“, erklärt Wolfgang Hermle.

Auch wollen die Stadtwerke eine Art Gradierwerk bauen, vergleichbar mit dem in Bad Rothenfelde – nur deutlich kleiner und in Säulenform. Aus den Schwarzdorn-Zweigen wird dann im Saunagarten des Nettebades salzhaltige Luft strömen. Das sei gut für die Gesundheit und auch ein „sehr schönes gestalterisches Element“, sagt Bäderchef Hermle.

Die Umbaumaßnahmen für „unsere eigene Osnabrücker Sole“ sollen schon im Oktober beginnen. Aber trotz des neuen Sole-Glücks in Osnabrück: Die Friedensstadt wird in Zukunft weiter schlichtweg Osnabrück heißen. Wie die Stadt auf Nachfrage mitteilte, wird sie sich nicht um den Kurortstatus und den Titel „Bad Osnabrück“ bewerben.