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Ausländerbehörde Osnabrück Arbeit hat Vorrang

Meinung – Johannes Zenker | 28.06.2016, 19:02 Uhr

Wer derzeit etwas bei der Osnabrücker Ausländerbehörde erledigen möchte, muss sich rund zwölf Wochen gedulden: Der nächste freie Termin ist Ende September. Ein Kommentar.

Seit Ende 2014 ist die Zahl der Ausländer in Osnabrück um 20 Prozent gestiegen. Bei den meisten Zugezogenen handelt es sich um Flüchtlinge, die in ihren ersten Monaten in Deutschland einen besonders großen Bedarf an Beratung haben. Niemand kann allerdings von einer Kommune erwarten, dass sie den vom Bund verordneten Flüchtlingszuzug von heute auf morgen meistert.

Auch die Entscheidung der Stadt, die spontane Beratung zugunsten einer Terminabsprache aufzugeben, ist nachvollziehbar. Überfüllte Wartezonen und überlastete Mitarbeiter braucht niemand.

Dennoch hat sich auch die Stadt nicht mit Ruhm bekleckert: Es darf nicht sein, dass Asylbewerber, die arbeiten möchten, die sich integrieren und selbst versorgen wollen, monatelang auf einen Termin warten müssen. Das demotiviert nicht nur, sondern kostet den Steuerzahler auch in Form von Sozialhilfe Geld.

Ob zwei neue Mitarbeiter die Wartezeit für einen Termin auf ein erträgliches Maß senken können, bleibt abzuwarten. Sinnvoll könnte in jedem Fall eine Priorisierung der Anliegen sein: Wer Arbeit in Aussicht hat, bekommt Vorrang. Technisch sollte das machbar sein. Schließlich müssen Kunden der Behörde schon jetzt bei der Terminvergabe angeben, weshalb sie Beratung wünschen.