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Auftritte in Osnabrück und Melle Raschèr Saxophone Quartet trifft Vokalconsort Osnabrück

02.07.2014, 11:14 Uhr

Der Titel ist etwas sperrig, inhaltlich könnte das Konzert „Projekt … +4“ dafür um so spannender werden. Das Raschèr Saxophone Quartet tritt an zwei Abenden gemeinsam mit dem Vokalconsort Osnabrück auf. Im Zentrum des Abends steht Bachs Motette „Singet dem Herrn“. Sie ist doppelchörig, die Saxofone übernehmen also einen Chor, der andere wird wie gewohnt gesungen.

Die Kombination Chor und Saxophone lässt aufhorchen, ist aber seit etwa zehn Jahren ein deutlicher Schwerpunkt des Raschèr Quartetts . „Und da wir inzwischen Stücke von Berio, Kancheli oder Kagel haben, ist eigentlich ein neues Genre entstanden“, so Elliot Riley (Altsaxofon). Insgesamt haben etwa 35 Komponisten für das Raschèr Quartett und Chor geschrieben. Die Idee dazu stammt von Bruce Weinberger (Tenorsaxofon), dem bis heute aktiven Gründungsmitglied des 1969 gegründeten Quartetts.

Weil er erkrankt ist, wird er bei den anstehenden Konzerten nicht dabei sein. Durch ihn kam aber der Kontakt nach Osnabrück zustande. „Er rief mich eines Tages an und fragte, ob wir nicht zusammen Konzerte machen möchten. Ich weiß auch nicht, wie er auf uns aufmerksam wurde“, erzählt Stephan Lutermann.

Das zweite gemeinsame Werk der beiden Ensembles ist „Dignity of Men“ von Bernd Franke. „Das ist ein sehr erfolgreicher Komponist aus Leipzig, der sehr fasziniert ist von exotischen Klängen und sich von fernöstlicher Philosophie beeinflussen lässt Das kann man auch bei diesem Stück durchhören“, so Christine Rall (Sopransaxofon). Man darf gespannt sein, Elliot Riley erklärt: „Das Stück bietet überraschende Effekte wie zum Beispiel Pizzicato auf dem Saxofon.“

Chor und Saxofone werden aber auch jeweils alleine zu hören sein, das Vokalconsort etwa mit Knut Nystedts „Immortal Bach“. Stephan Lutermann: „Das wird die Brücke zwischen Bach und Franke sein. Ein schlichter Bachchoral wird von jedem Sänger in seinem eigenem Tempo gesungen. Und da der Chor wird sich im Kreis um das Publikum aufstellen.“Weitere Raumeffekte sind vorgesehen.

Das Quartett wird etwa aus Bachs „Kunst der Fuge spielen.“ In der Regel spielt das Raschèr Saxophon Quartet zu mindestens 90 Prozent Originalliteratur und keine Bearbeitungen, über 350 Komponisten haben inzwischen für das Ensemble geschrieben. „Bach ist aber die Ausnahme“, so Christine Rall. „Besonders die Kunst Fuge, denn da gibt es ja keine von Bach festgelegte Instrumentierung.“

Die Konzerte finden statt am Mittwoch in St. Matthäus Melle und am Donnerstag in St. Marien Osnabrück, jeweils um 20 Uhr. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 8 Euro.