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Aufregung im Landkreis Osnabrück Lauter Knall in der Region: Es waren Überschalljets

Von Nico Buchholz | 02.12.2015, 12:17 Uhr

Auch am Tag nach dem lauten Knall in der Region hält die Diskussion über das ohrenbetäubende Geräusch an. Unter die Verwunderung mischt sich Ärger, wie die Reaktionen vieler Menschen zeigen. Informationen des Luftfahrtamtes der Bundeswehr zeigen derweil: Der Grund waren zwei Überschalljets vom Typ Eurofighter.

 Der Knall, der am Dienstag gegen 10.20 Uhr an vielen Orten im Landkreis Osnabrück zu hören war, hat die Menschen beschäftigt. Auch Rainer Storck aus Hunteburg wurde bei der Arbeit von dem Geräusch aufgeschreckt. „Der Boden bebte. Man konnte es richtig spüren, am ganzen Körper.“ Für Storck hörte es sich an, als ob es eine Explosion gegeben habe. „Wir, die Mitarbeiter, haben uns alle gegenseitig angesehen. Und haben uns alle erschrocken.“

Knall lässt den Boden beben

Alle seien zusammen nach draußen gegangen, um zu sehen, was die Ursache war. Doch dort konnte Storck nichts erkennen. „Dann sagte ich zu meinem Bruder: Das kann auch ein Flugzeug gewesen sein, das durch die Schallmauer geflogen ist.“ Der Bruder jedoch bezweifelte, dass ein Flugzeug einen so lauten Knall erzeugen könne.

Viele Menschen im Landkreis Osnabrück, besonders im Wittlager Land und im Südkreis, teilten diese Einschätzung. Knalle kommen in der Region immer wieder vor und ließen sie sich oft auf Überschalljets zurückführen. Das Geräusch am Dienstag haben viele Menschen im Landkreis aber besonders intensiv wahrgenommen. Nicht nur der Lärm war ohrenbetäubend, auch Boden und Wände bebten.

Martin Frauenheim, ehemaliger ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Hagen, ging fest davon aus, dass es sich um Übungen von Jets gehandelt hat. „In größerer Flughöhe gab es Übungen mit dem Eurofighter . Einige Zeit später überquerten zwei Eurofighter im engen Verbandsflug den südlichen Landkreis in Ost-West-Richtung in einer geschätzten Höhe von fast 1.000 Metern“, beschreibt er seine Beobachtungen. Diese Beobachtung wird gestützt durch ein Foto von Leser Jan Genssler. Sein Bild, das er in Georgsmarienhütte aufgenommen hat, zeigt zwei Flugzeuge. Gemacht hat Genssler das Foto kurz nach dem Knall.

Luftfahrtamt der Bundeswehr bestätigt Eurofighter-Einsatz

Eine Nachfrage unserer Redaktion beim Luftfahrtamt der Bundeswehr bringt Gewissheit: Es waren zwei Eurofighter, wie eine Sprecherin mitteilt. „Die Auswertung der Radardaten vom 1. Dezember des genannten Zeitraumes zeigt zwei Kampfflugzeuge der Bundeswehr vom Typ Eurofighter, welche im Rahmen eines Übungsfluges innerhalb des zeitweise reservierten Luftraums (Temporary Reserved Airspaces, TRA) Weser geflogen sind.“ Einer der Jets hätte im Zeitraum von 10.18 bis 10:20 Uhr kurzzeitig Überschallgeschwindigkeit erreicht. „Das Luftfahrzeug befand sich zu diesem Zeitpunkt in einer Höhe von etwa 11550 bis 11645 Metern. Die geringste Annäherung an die Stadt Osnabrück betrug etwa 13,7 Kilometer.“

„So etwas darf doch nicht passieren!“

Rainer Storck ist deswegen aufgebracht: „Muss so etwas denn passieren? Machen die Piloten es extra? So etwas darf doch nicht passieren!“ Er ist nicht der Einzige. In den Leserkommentaren auf noz.de, per E-Mail und auf Facebook regen sich die Menschen darüber auf, dass ein so lauter Knall ohne Ankündigung passiert. Gerade in der Zeit nach den Terroranschlägen von Paris seien schließlich viele Menschen verunsichert.