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Auf Erfolgskurs im Fahrwasser von Volkswagen Osnabrücker Oberbürgermeister macht sich ein Bild vom VW-Zulieferer CAE

Von Henning Müller-Detert | 19.04.2011, 15:39 Uhr

Das VW-Engagement in Osnabrück bestärkte die Gründer: Im April 2010 startete die CAE Automotive GmbH an der Neulandstraße – seinerzeit mit Geschäftsführer Fred Farthmann als Einzelkämpfer. Mittlerweile beschäftigt der Konstruktionsdienstleister 20 Mitarbeiter und wächst weiter. Jetzt besuchte Oberbürgermeister Boris Pistorius das Unternehmen.

An drei Beispielen verdeutlichten Farthmann und Heinrich Ostholt, Gesellschafter der CAE-Gruppe, dem Besucher die Produktbandbreite des Branchenneulings: Die Konstrukteure Rainer Ulm, Carsten Düsing und Michael Neumann präsentierten am CAD-Arbeitsplatz die Entwicklung von Faltdach, Dichtungssystem für ein viertüriges Coupé sowie Tür eines Daimler-Modells. Startschuss des Prozesses ist das geplante Design eines Autos. „Die Daten sind heilig“, unterstreichen die Konstrukteure, die dann dafür sorgen, dass der Pkw nicht nur gut aussieht, sondern die einzelnen Bestandteile auch funktionieren. Den hohen Aufwand verdeutlicht Düsing: Allein die Entwicklung eines Formteils für das Dichtungssystem dauere vier bis sechs Wochen.

Gegründet wurde das Mutterunternehmen 1989 mit Sitz in Beckum. Ausgangspunkt waren Lösungen von Schwingungs- und Akustikfragen im Produktionsprozess, berichtet Ostholt. Mittlerweile ist die CAE Automotive GmbH, die auch Mitglied des „Automotive Kompetenzverbunds“ im Wirtschaftsraum Osnabrück ist, das jüngste Kind der Unternehmensgruppe. Durch die Verzahnung der Betriebe werde die gesamte Palette von der Idee bis zum Prototyp abgedeckt, sagt Farthmann. Die Schwerpunkte von CAE Automotive liegen auf der Entwicklung von Türen, Klappen, Rohbau, Dichtungssystemen und Interieur wie Mittelkonsole oder Instrumententafel.

Die Ansiedlung in Osnabrück sei schon vorher geplant gewesen, so Osthoff. Doch die Entscheidung von VW, in der Hasestadt zu produzieren, habe den Prozess forciert. Fahrtmann, ehemaliger Prokurist einer Karmann-Tochter im Bereich Konstruktionsdienstleistung, startete das Unternehmen zunächst im Alleingang. In diesem Jahr könnte der Mitarbeiterstamm auf 30 wachsen, lauten die Ziele von Geschäftsführer und Gesellschafter.

Auch wenn die „Terminnähe“ zufällig sei, war der Besuch doch passend. Pistorius hatte zuvor noch Martin Winterkorn empfangen. Besonders erfreulich: Der VW-Chef habe Erfahrung und Effektivität der ehemaligen Karmann-Mitarbeiter gewürdigt. Naheliegend sei auch der Austausch mit anderen Unternehmen wie CAE Automotive: „In einer Volkswagenstadt muss man als Oberbürgermeister die Teilbranchen von Zulieferung und Dienstleistung kennen.“