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Amtseinführung in der Marienkirche Joachim Jeska neuer Osnabrücker Superintendent

Von Gunhild Seyffert | 06.11.2016, 20:50 Uhr

Als neuer Superintendent im Kirchenkreis Osnabrück ist am Sonntag Joachim Jeska in sein Amt eingeführt worden. Der feierliche Gottesdienst lockte zahlreiche Besucher in die Marienkirche.

Nach Jeskas Wahl durch die Mitglieder des evangelischen Kirchenkreistages war diese Einführung in der voll besetzten Kirche der offizielle Beginn der Tätigkeit des 49-jährigen Theologen.

Stammt aus Bad Rothenfelde

Landessuperintendentin Birgit Klostermeier stellte „einen Mann mit viel Ortskenntnis“ vor. Jeska wuchs in Bad Rothenfelde auf, studierte und promovierte in Münster und absolvierte sein Vikariat in Melle-Oldendorf. Zuletzt war er Pastor in einer Gemeinde in Klein Ilsede bei Peine, wo eine seiner besonderen Interessen die Jugendarbeit war. Die Regionalbischöfin des Sprengels Osnabrück zog Parallelen von Jeskas Hobby, dem Segelfliegen, zu seinem neuen Amt. Er habe, so Klostermeier, beim Fliegen Erfahrungen gesammelt mit Höhen und Tiefen und der Thermodynamik. Auch die Führungsaufgabe in einem Kirchenkreis – so sagte sie mit einem Schmunzeln – habe da einiges zu bieten. Da gebe es unerwartete Dynamiken und Höhen und Tiefen. Sie umriss damit auch das weite, vielfältige Aufgabenfeld des neuen Superintendenten. Dazu gehört die Zusammenarbeit mit den 19 Gemeinden des Kirchenkreises, mit verschiedenen Gremien und Einrichtungen, zum Beispiel der Diakonie, aber auch die Pflege guter Kontakte zur Politik, zu Bildungseinrichtungen und des ökumenischen Miteinander in der Stadt.

Kirche verändert sich

In seiner Predigt ging Jeska auf die vielen Veränderungen und den schnellen Wandel in Gesellschaft und Kirche ein. Er könne verstehen, dass Menschen dabei auch eine Sehnsucht nach Stillstand entwickelten und wünschten, alles möge so bleiben, wie es einmal war. Eine Verweigerungshaltung, so machte er deutlich, halte er jedoch für nicht für zukunftsweisend. Gesellschaft und Kirche veränderten sich ständig, für die Kirche gehörten auch grundlegende Reformen ihrer Strukturen dazu.

Entscheidend sei bei diesem Veränderungsprozess, so betonte der neue Superintendent, sich immer wieder zu fragen, was die Grundlagen des Handelns seien. „Wir müssen lernen, Fragen zu stellen – auch miteinander“ so der promovierte Theologe Jeska, der als eine seiner Leidenschaften auch die Wissenschaft nennt. Es gehe darum, zu prüfen, was Gottes Wille sei. Er bezog sich dabei auf den Brief des Apostel Paulus an die Römer. Danach sei die Gemeinde wie ein Leib mit verschiedenen Gliedern, die unterschiedliche Aufgaben hätten, auch verschieden seien in ihrer Gestalt, und doch zusammen wirkten und lebten. Für ihn, so Jeska, sei dies ein basisdemokratisches Modell von Kirche, die Bibel sei dabei stets das geistliche Fundament. Er betonte, dass es wichtig sei, über die Bibel auch mit Jugendlichen ins Gespräch zu kommen, denn sie seien die Zukunft der Kirche.

Nachfolger von Pannen

Jeska ist Nachfolger von Friedemann Pannen, der mittlerweile als theologischer Geschäftsführer des Diakonischen Werks in Stadt und Landkreis Osnabrück arbeitet.