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Multimedia Revue zur Geschichte des Osnabrücker Clubs Als es am Hyde Park brannte

Von Anne Reinert | 06.11.2011, 15:49 Uhr

Die Nacht, in der es vor dem Hyde Park brannte, war eine warme Sommernacht. Am 31. Juli 1981 war vor dem ehemaligen Schweizer Haus an der Rheiner Landstraße alles erhitzt: die Temperaturen, das Feuer, das ein paar junge Menschen auf der Straße entfacht hatten, und die Gemüter. Die von städtischer Seite verordnete Schließung des Hyde Parks führte zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Clubbesuchern.

Das Ereignis katapultierte Osnabrück für ein paar Tage in die überregionalen Medien. Die „Bild“-Zeitung berichtete in schrillem Tonfall. Die Radionachricht, die 30 Jahren später aus den Lautsprechern des Rosenhofs tönt und in der von der „erzwungenen Schließung“ des Hyde Parks die Rede ist, schlägt sich dagegen dezent auf die Seite der Jugendlichen.

Bei der Multimedia Revue „Hyde Park Memories“ am Samstag ging es vor allem um dieses heiße Kapitel des an Geschichten nicht gerade armen Hyde Parks. Harald Keller, der die Ereignisse dieser Nacht für das gleichnamige Buch recherchiert hat, trägt die Geschehnisse von der Bühne im Rosenhof im Schnelldurchlauf vor und kommentiert trocken „die eigenen Löschfahrzeuge“ der Polizei, „auch bekannt unter dem Namen Wasserwerfer“.

Keller hat das Buch mit Historiker Reiner Wolff herausgegeben. Der hat für die Multimedia Revue einen Film aus alten Super-8- und VHS-Aufnahmen gemacht, der zur Einführung noch einmal die Geschichte des Clubs bis heute zusammenfasst. Die Bilder zeigen das Anfang des 20. Jahrhunderts als gutbürgerliches Café errichtete Schweizer Haus, dem Conny Overbeck 1976 mit dem Hyde Park neues Leben einhauchte. Der Club war von Anfang an weit über die Grenzen Osnabrücks gefragt. Dort konnte jeder kommen, wie er war. Das ging so weit, dass ein dem Landeskrankenhaus entwischter Patient in Pyjama und Bademantel an der Theke bedient wurde, ohne dass sich jemand über seinen Aufzug gewundert hätte, wie Reiner Wolff in einer Anekdote erzählt.

Überhaupt kommt die Revue zum Park sehr launig rüber. Comedian Dietmar Wischmeyer trägt seine Jugenderinnerungen auf Band vor. Martin Barkawitz sitzt selbst auf der Bühne und macht in seinem Buchbeitrag Gitarrist Tex Morton zur Hauptfigur. Kirsten Schuhmann, die die Revue moderiert, liest vor, wie die heute in Berlin lebende Autorin Jenni Zylka ihre Jugend im Hyde Park verbracht hat. Und Gisbert Wegener sitzt als Zeitzeuge der heißen Nacht auf der Bühne.

Anekdoten gibt es noch und nöcher. Nicht jedes Detail wird an diesem Abend erklärt. Doch die meisten Zuhörer der Revue kennen den Hyde Park noch von damals. Für sie sind die Geschichten wirklich „Hyde Park Memories“. Das gilt für den Abend überhaupt.