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Abschied vom Theater Osnabrück Zwei Sänger und fünf Schauspieler verlassen das Theater

Von Christine Adam | 11.07.2014, 19:19 Uhr

Die Schauspieler Thomas Schneider und Johannes Bussler sowie Betriebsbüro-Leiter Hähnel haben wir schon verabschiedet. Doch es verlassen zum Spielzeitende noch einige Künstler mehr das Osnabrücker Theater. Und auch Maskenbild-Chef Siegfried Schoder geht in den Ruhestand sowie die langjährige Sekretärin der Intendanz, Monika Meyer.

M arie-Christine Haase , 1985 in Bremen geboren, sang seit 2011 für drei Spielzeiten im Osnabrücker Musiktheater. Es war nach der Hochschule ihr erstes Bühnenengagement. Sie fühlte sich nett und gut aufgenommen vom Osnabrücker Publikum und hatte Spaß an den vielen Fachpartien und großen Aufgaben, an die sie sich heranwagen durfte, wie sie im Gespräch erzählt. So viel Erfahrung und Präsenz ermöglichten es ihr, sich in dieser Zeit vom leichten Sopran zum lyrischen Koloratursopran zu entwickeln – für dieses Fach wurde sie nun auch vom Theater Mainz zur nächsten Spielzeit eingestellt. Als persönliches Highlight in Osnabrück nennt sie die Partie der Nachtigall in Walter Braunfels „Die Vögel“, auch die Adina im „Liebestrank“ und die Musette in „La Bohème“.

D aniel Moon, Sänger im Musiktheater, hat in seinen sechs Osnabrücker Jahren 20 Rollen gesungen, wie er im Gespräch sagt. „Die Arbeit mit einem tollen Ensemble, einschließlich Orchester und Dirigenten war sehr hilfreich für meine Zukunft“. Begeistert äußert er sich auch über das Osnabrücker Publikum, das oft nach Vorstellungen seine Leistungen positiv kommentierte oder ihm auch mal einen Fan-Brief schickte. Unvergesslich bleiben für ihn gleich seine erste hiesige Rolle des Posa in der Verdi-Oper „Don Carlos“, aber auch der Wolfram in Wagners „Tannhäuser“. Als Solist brauche er nach sechs Jahren nun ein bisschen frische Theaterluft woanders und neue Herausforderungen, meint er. Daniel Moon wechselt an das Staatstheater Oldenburg.

Ma gdalena Helmig (Jahrgang 1982), hat an der Folkwang Universität der Künste/Schauspielschule Bochum studiert und kehrt nun für die Gastrolle der „Elektra“ (Orest) ans Prinzregententheater Bochum zurück. „Elektra“: Das passt zur temperamentvollen Schauspielerin, die mit brennend intensiver Spielwucht auf der Bühne präsent sein kann, wie in Sofi Oksanens „Fegefeuer“, toben oder klagen kann (Skakespeares „Sommernachtstraum“), aber auch stumm leiden wie in Theresia Walsers „Eine Stille für Frau Schirakesch“. Das vielseitige Multitalent hat Power in der Singstimme und tanzt toll. Sie war gern hier, sagt sie im Gespräch, und gehe nicht leicht. Doch nun trage sie der Wind weiter, erst einmal in den neuen alten Wohnsitz Berlin, noch ohne festes Engagement.

Ma nja Haueis, geboren in Berlin, hat beim Kinder- und Jugendtheater „Oskar“ ihr erstes Festengagement gehabt und sich in den zwei Jahren in der „angenehmen“ Stadt Osnabrück sehr wohlgefühlt, wie sie sagt. Die Arbeit für „Oskar“ beschreibt sie als „ schauspielerisch und pädagogisch lehrreich, arbeitsreich und herausfordernd in vieler Hinsicht“. Denn ihr junges Publikum erlebte sie einerseits als knallhart, weil ehrlich, und andererseits als wunderbar unvoreingenommen mit der Fähigkeit, viel zurückzugeben. Für die Erfahrung ist sie dankbar. Jetzt wechselt sie zum Schleswig-Holsteinischen Landestheater und freut sich, den Absprung zum Erwachsenentheater mit darin integriertem Kindertheater zu machen. Die Rollen, die in Osnabrück die meiste Freude machten: „Clyde und Bonnie“, Mensch Karnickel“ und die Thekla im „Ritter Trenk“.

S andro Šutalo Oskar“-Schauspieler (Jahrgang 1988) mit bosnischer Herkunft, war nur eine Spielzeit in Osnabrück – und wurde doch gleich in der Hauptrolle mit dem Herfurtner-Stück „Mensch Karnickel“ zum diesjährigen Mülheimer Wettbewerb um den Dramatikerpreis im Kinderbereich eingeladen. Er habe schauspieltechnisch viel gelernt in der Zeit, sagt er. „Ich bin abgehärteter und stärker, als Schauspielerpersönlichkeit geworden und habe sehr gut mit dem Publikum umgehen gelernt.“ Entdeckt hat er hier eine Nische für sich: Komödienrollen, in denen er witzig und emotional, frisch und stark auftreten konnte. Geholfen hat ihm dabei das Publikum, das ihm spiegelte, seine Sache richtig zu machen. Nun geht Sandro Šutalo mit einem Teilspielvertrag ans Schauspiel nach Münster. Seine Fans haben es also nicht weit.