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Abschied vom Theater Osnabrück Sieben Tänzer verlassen die Dance Company

Von Christine Adam | 22.06.2016, 17:18 Uhr

Gleich sieben Tänzerinnen und Tänzer verlassen die Osnabrücker Dance Company unter Mauro de Candia und Patricia Stöckemann zum Ende der Spielzeit.

Nur Keith Chin, Marine Sanchez Egasse und Lennart Huysentruyt bleiben vom zehnköpfigen Ensemble, das zur neuen Spielzeit im August natürlich wieder um sieben „Neue“ ergänzt sein wird.

Zwar treten die Tänzer in aller Regel im Corpus auf und nicht als Solisten. Dennoch schauen sich Tanzliebhaber von Produktion zu Produktion sehr genau an, wer da welche Tänzerpersönlichkeit ist, mit Vorfreude auf die nächste Produktion und Tänzer-Entwicklungen. Deshalb sollen die sieben Scheidenden, die dem Publikum besonders mit der abgelaufenen Spielzeit eine dichte Saison mit hoch konzentrierten und ausgefeilten Tanzabenden beschert haben, hier selbstverständlich auch einzeln verabschiedet werden.

David Lukas Hemm hat seit der Spielzeit 2014/2015 in der Dance Company getanzt. Der geborene Münchner ist 24 Jahre alt und macht nun mit dem Nationaltheater Mannheim den Sprung an eine größere Bühne. „Um neue Erfahrungen zu sammeln“, wie er im Gespräch sagt. Er geht damit zum Choreografen Stefan Thoss , der im Herbst die Intendanz des Mannheimer Balletts übernimmt.

Hsiao-Tin Liao ist seit 2011 in Deutschland und hat vor Osnabrück in der Tanzcompagnie Gießen getanzt. Nach fünf Jahren fern der Heimat „wird es nun Zeit, nach Taiwan und zur Familie zurückzukehren“, wie sie sagt. Die Wahrscheinlichkeit, dass sie dort weiter tanzt, gibt sie selbst mit 50 Prozent an. Sie will erst einmal offen lassen, was auf sie zukommt.

Die gebürtige Italienerin Noemi Emanuela Martone kam zur Saison 2012/2013 nach Osnabrück. Nach acht Jahren im festen Ensemble arbeitet sie demnächst als freischaffende Tänzerin in einer neuen Company im belgischen Antwerpen.

Die Italienerin Beatrice Panero war zwei Jahre in Osnabrück – und möchte weiter an ihrer Karriere auch als Choreografin arbeiten. Anfänge hat sie in Osnabrück im Format „Junge Choreografen“ gemacht und und mit dem Jugendclub Tanz am Theater fortgesetzt. Jetzt möchte sie am Tanztheater Ulm finden, was sie hier nicht fand, sagt.

Auch der gebürtige Pole Marek Pawlica möchte nach acht Jahren Osnabrück seine choreografischen Erfahrungen ausbauen. Er beginnt gemeinsam mit seiner Freundin als freischaffender Künstler ein neues Projekt in Offenbach bei Frankfurt.

Die gebürtige Kanadierin Sasha Samion kam von Stefan Thoss und dem Hessischen Staatstheater Wiesbaden, bevor sie vor erst einem Jahr in Osnabrück begann – und sie geht wieder zu Stefan Thoss. Wie David Lukas Hemm ist sie ab Herbst in Mannheim auf der Bühne zu sehen in einem 16-köpfigen Ensemble.

Der 1986 in London geborene Robert Phillips möchte nach zehn Jahren als Berufstänzer vorerst aufhören mit dem Tanzen und Choreografieren. Seit 2014/15 war er Mitglied der Dance Company. „Wenn alles glatt läuft, will ich studieren und zwar Ingenieurswissenschaften“ sagt er in gutem Deutsch. Am liebsten möchte er beruflich dann etwas mit dem Klimawandel zu tun haben. Aktueller geht es ja wohl kaum...