Deutscher Rock- und Pop-Preis Osnabrücker Band Das Blaue Palais mehrfach ausgezeichnet


tw Osnabrück. Die Osnabrücker Band Das Blaue Palais hat beim 35. Deutschen Rock-und-Pop-Preis abgeräumt. Gleich in drei Kategorien belegte sie den 1. Platz. Dazu gewann das Band-Mitglied John Silver den Preis in der Kategorie „Tribute/Coverbands“.

Das Blaue Palais wurde 1988 anlässlich des Klang-Projekts „Atem“ des Künstlers Willem Schulz gegründet. Damals spielte Schlagzeuger Franko Frankenberg mit einem Keyboarder aus Freiburg vor dem Theater improvisierte Musik.

Beide trafen damals das erste Mal aufeinander, und die Zusammenarbeit gefiel den beiden so gut, dass sie beschlossen weiterzumachen. Auftritte beim European Media Art Festival (EMAF) und beim „Klangart“-Festival folgten. Dort traten auch die Einstürzenden Neubauten, Kraftwerk und John Cale auf. Doch irgendwann war die räumliche Distanz zwischen den beiden Musikern zu groß, und sie verloren sich aus den Augen.

Heute bildet Frankenberg mit den Gitarristen Heinz Rebellius und John Silver sowie dem Bassisten Andreas Müller Das Blaue Palais. Der Name beruht übrigens auf einer deutschen Science-Fiction-Serie aus den Siebzigerjahren. Alle Musiker sind in diesem Jahrzehnt sozialisiert und mit Musik in Berührung gekommen. Rebellius ist Mitglied von Cliff Barnes and the Fear of Winning. Andreas Müller ist ein gefragter Session-Musiker und Bassist beim Morgenland Orchester. John Silver tourte jahrelang mit den Silver Beatles durch verschiedene Länder und wurde jetzt beim Deutschen Rock- und-Pop-Preis für seine John Lennon-Tributeshows ausgezeichnet. Und Franko Frankenberg trommelt in verschiedenen Bands wie der Avantgarde-Popband Von Korf oder bei Stephan Rodefeld, der die Musik beim jährlichen Steckenpferdreiten besorgt, und er macht die Musik für das Tanztheater Stakkato.

Die jetzige Formation von Das Blaue Palais besteht seit zwei Jahren. Ihre Musik bestehe aus reiner Improvisation, sagt Bandgründer Frankenberg. „Man hört dem anderen zu und spielt drauflos. Wir sind auf der Suche nach neuen Mustern, die nicht im Rock oder Blues liegen.“ Für ihre freie Musik haben die Musiker die ersten Preise in den Sparten Filmmusik, Trance und New Age bekommen. Die Band hat zwar nur Urkunden für ihre Preise bekommen. Aber für die Musiker haben die Auszeichnungen einen hohen ideellen Wert. „Es ist wie ein kleiner Oscar oder ein kleiner Grammy“, sagt John Silver. Künstler wie Pur, Juli, Yvonne Catterfeld oder Luxuslärm haben den Wettbewerb in der Vergangenheit gewonnen. „Der Deutsche Rock-und-Pop-Preis hat viele Musiker gefördert und bestätigt“, so Silver. Für ihn und Das Blaue Palais stellen die Preise ebenfalls Bestätigungen ihrer Arbeit dar.

Nicht nur Das Blaue Palais, auch andere Musiker aus der Region waren bei der 35. Auflage des Deutschen Rock- und-Pop-Preises erfolgreich. Die Band Alphamay aus Lotte gewann in den Kategorien „Beste Electroband“ und „Beste Gothic/Wave Band“, Christian Hüser aus Meppen belegte den 1. Platz in der Kategorie „Bestes Kinderlieder-Album“. Kolja & Panduranga aus Melle wurde drittbeste Experimental-Band, und in der Kategorie „Bester Popsong“ wird Deine Augen aus Osnabrück auf dem dritten Platz gelistet.


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