Jede Menge Lieblingslieder Song Night Spezial zum Jubiläum in der Lagerhalle

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Schlagkräftiges Trio: 
              
               Gründungsvater Heinz Rebellius sorgte mit den „Soul Sisters“ Sarah und Sina Steinbrecher (von links) für einen Höhepunkt der 60. Grolsch Song Night in der Lagerhalle. Foto: Swaantje HehmannSchlagkräftiges Trio:  Gründungsvater Heinz Rebellius sorgte mit den „Soul Sisters“ Sarah und Sina Steinbrecher (von links) für einen Höhepunkt der 60. Grolsch Song Night in der Lagerhalle. Foto: Swaantje Hehmann

OSNABRÜCK. Ein rundes Jubiläum feierte die Grolsch Song Night in der Lagerhalle. Dabei war die 60. Ausgabe auch gleichzeitig der traditionelle Jahresabschluss, in dessen Rahmen Osnabrücker Musiker ihre Lieblingslieder präsentieren dürfen.

Restlos ausverkauft war am Donnerstagabend der große Saal, der einmal im Jahr für das ansonsten internationale und im kleineren Spitzboden beheimatete Format zur Verfügung steht. Heimelig wurde es nichtsdestotrotz – zumindest auf der Bühne. Denn dort standen in gemütlicher Wohnzimmeratmosphäre zwei Kunstledersofas zur Verfügung, auf denen es sich die Musiker bequem machen konnten, um in zwei Durchgängen der Kunst ihrer Kollegen zu lauschen. Dabei präsentierten die bis auf eine Ausnahme nicht ihre eigenen Songs, sondern Interpretationen von jeweils zwei fremdkomponierten „Lieblingsliedern“.

Variantenreiches Wunschkonzert

Mit Ed Sheerans „Thinking Out Loud“ eröffnete die multitalentierte Sandra Doornbos den Vorweihnachtsabend zunächst besinnlich, bewies dann aber mit der kraftvollen, von Marcus Praed an der Gitarre begleiteten Tom Petty-Hommage „American Girl“, welcher Variantenreichtum in ihrer Stimme steckt. Der vielseitige „Dienstleistungsmusiker“ Kai Lünnemann freute sich über die Gelegenheit, spielen zu dürfen, was er will, nämlich Totos „The Road Goes On“ und Reamonns Lob der Weltsicht durch Kinderaugen. Die wunderbar wandelbare Tina von Garell entschied sich, den Country-Part zu übernehmen, indem sie mit authentischer Americana-Stimme, Holzfällerhemd und Wandergitarre Songs von Patty Griffin und Holly Williams zum Besten gab. Gastro-Legende Werner Borgmann brachte seine halbe Band mit, um mit „Unchain My Heart“ und einem sanft im Akkordeonklang wogenden „N´oubilez Jamais“ einmal mehr zu beweisen, wer der Osnabrücker Joe Cocker ist.

 

Die Folk-Facette bediente Linda Effertz, die ihre Geige zunächst zu „Je Veuz“ von Zaz und dann irisch melancholisch zum Yeats-Traditional „Down By The Salley Gardens“ erklingen ließ. Gewaltig krachen ließen es die Geschwister Sina und Sarah Steinbrecher alias Two Hearts in Bands mit einem kraftstrotzenden „Piece Of My Heart“ und einem feierlichen „We Are The World“. Janina Ruopp huldigte am Klavier und mit exzellent ausgebildeter Powerstimme zunächst Alicia Keys´ „Hallelujah“, um anschließend mit einem selbstverfassten Heimatlied in unterfränkischer Mundart aus der Reihe zu fallen.

Epische Krönung

Song Night-Gründungsvater Heinz Rebellius würdigte gemeinsam mit den Steinbrecher Sisters Neil Young per „Powderfinger“ und krönte den Abend allein im Bühnennebel mit „All Along The Watchtower“, ein düsteres Epos mit lichten Momenten, das durch Jimi Hendrix bekannt, aber von Bob Dylan geschrieben wurde. Dessen ungleich eingängigeres „Knocking On Heavens Door“ sorgte schließlich für das furiose Mitsingfinale mit fast allen Beteiligten inklusive Publikum und Violin- und Vokalsoli, unter anderem auch von Marie Katzer, die den abwechslungsreichen Abend, dessen gesamter Erlös dem Osnabrücker Mädchenzentrum zu Gute kommt, gemeinsam mit René Kemna launig moderiert hatte.  Ein ergreifendes Finish, das die 60. Song Night so rund machte wie die Zahl, die über ihr schwebte.


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