Zwei Lehrer erkrankt Tuberkulose an Osnabrücker Schule aufgetreten

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Bei zwei Lehrern an der Osnabrücker Thomas-Morus-Schule ist eine Erkrankung mit Tuberkulose festgestellt worden. Symbolfoto: Gregor Fischer/dpaBei zwei Lehrern an der Osnabrücker Thomas-Morus-Schule ist eine Erkrankung mit Tuberkulose festgestellt worden. Symbolfoto: Gregor Fischer/dpa

Osnabrück. Bei zwei Lehrern an der Osnabrücker Thomas-Morus-Schule ist eine Erkrankung mit Tuberkulose (TBC) festgestellt worden. Der gemeinsame Gesundheitsdienst für Landkreis und Stadt Osnabrück will noch in dieser Woche über das weitere Vorgehen informieren.

Amtsarzt Dr. Gerhard Bojara bestätigt auf Anfrage unserer Redaktion die beiden Infektionsfälle: „Es gibt zwei Lehrer an der Schule, die sich an unbekanntem Ort mit TBC angesteckt haben. Das ist auch hier in Deutschland allerdings erstmal nichts Besonderes und auch kein Grund für Panik“, sagt der Leiter des Gesundheitsdienstes. Einzelne Krankheitsfälle gehörten für die Gesundheitsbehörde von Stadt und Landkreis vielmehr zum Alltagsgeschäft.

Suche nach weiteren Infektionen

Allerdings haben die Erkrankungsfälle an der Thomas-Morus-Schule möglicherweise weitreichende Folgen. Weil bei beiden Patienten der gleiche Erregerstamm gefunden wurde, gibt es womöglich eine noch unbekannte dritte Person, die das Bakterium an die beiden Lehrer weitergegeben hat. Zwar komme auch eine direkte Ansteckung zwischen den Lehrern in Betracht, sagt Bojara. (Weiterlesen: Rückkehr der Tuberkulose: Eine Betroffene aus der Region berichtet)

Nichtsdestotrotz müssten nun weitere Untersuchungen in der Schülerschaft zeigen, ob es weitere Infektionen gibt. „Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, die trotz des möglicherweise riesigen Aufwands gerechtfertigt ist“, so der Amtsarzt. (Weiterlesen: Tuberkulose auf dem Vormarsch)

TBC ist nicht hochgradig ansteckend

„Untersucht werden die regelmäßig von den betroffenen Lehrkräften unterrichteten Schüler“, berichtet Bojara. Dies seien rund 100 Jugendliche. Außerdem stehen rund 50 Lehrkräfte im Fokus. Insgesamt hat die Thomas-Morus-Schule rund 600 Schüler. Freilich: Bei Zweifeln oder Ängsten würde der Gesundheitsdienst nicht nein sagen, wenn sich Schüler oder Lehrer untersuchen lassen wollen, die nicht zur engeren Gruppe der möglicherweise Betroffenen zählen. Die Kosten dafür übernimmt in jedem Falle das Amt.

Bojara erwartet jedoch keine größere Anzahl an weiteren Erkrankungen. Die Verläufe der beiden Erkrankten offenbarten eine geringe Ansteckungsfähigkeit. Zudem sei Tuberkulose entgegen der öffentlichen Wahrnehmung eben nicht hochgradig ansteckend. „Es geht jetzt darum, Infizierte frühzeitig zu identifizieren und prophylaktisch behandeln zu können.“

Informationsveranstaltung in der Schule

Wie geht es nun weiter? Noch in dieser Woche will der Gesundheitsdienst die Pädagogen, die Schülerschaft und auch die Eltern über das weitere Vorgehen informieren. Nachdem feststeht, wer zum engeren Kreis der möglicherweise infektionsgefährdeten Personen gehört, werden die Schüler und Lehrer je nach Altersgruppe unterschiedlich untersucht. So sind Röntgenuntersuchungen bei älteren Personen angedacht sowie Hauttests bei jüngeren Patienten. Aufschluss über eine Infektion geben darüber hinaus auch Blutuntersuchungen.


Tuberkulose (TBC) ist eine in Deutschland mittlerweile relativ selten auftretende bakterielle Infektionskrankheit. Allerdings haben sich die Krankheitsfälle in den vergangenen Jahren wieder leicht erhöht. So registrierte das Robert-Koch-Institut im Jahr 2016 5915 Erkrankungen, 2015 waren es noch 5852, 2012 noch 4112. Die Krankheit ist besonders in armen Regionen der Welt stark vertreten. 60 Prozent der Fälle spielen sich nach Angaben der WHO in Indien, Indonesien, China, Nigeria, Pakistan und Südafrika ab. 2015 erkrankten laut WHO weltweit 10,4 Millionen Menschen an TBC.

Ausgelöst wird die Krankheit durch verschiedene Arten von Mykobakterien. Allerdings erkranken nur zehn bis 15 Prozent der Infizierten im Laufe ihres Lebens, in erster Linie immungeschwächte Menschen. Häufigster Übertragungsweg ist die Tröpfcheninfektion durch Husten bei einer Lungentuberkulose. Sind Erreger im Hustenauswurf nachweisbar, spricht man von einer „offenen Tuberkulose“. Eine Therapie ist durch Kombination verschiedener Antibiotika möglich – und dauert in der Regel mindestens sechs Monate.

Konkrete Krankheitsanzeichen kann in der Regel nur ein Mediziner einschätzen, mögliche Beschwerden sind beispielsweise Husten, Gewichtsabnahme, leichtes Fieber und Nachtschweiß.

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