Zeichen gegen Antisemitismus Sechste Kerze am Chanukka-Leuchter in Osnabrück brennt

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Kantor Baruch Chauskin entzündete am Sonntag die sechste Kerze am Chanukka-Leuchter. Die größere Kerze in der Mitte wird nicht mitgezählt – sie dient zum Entzünden der kleinen Kerzen. Foto: André HavergoKantor Baruch Chauskin entzündete am Sonntag die sechste Kerze am Chanukka-Leuchter. Die größere Kerze in der Mitte wird nicht mitgezählt – sie dient zum Entzünden der kleinen Kerzen. Foto: André Havergo

khl Osnabrück. Am Chanukka-Leuchter in Osnabrück istr am Sonntag die sechste Kerze entzündet worden.

Vertreter der Jüdischen Gemeinde sowie der Stadt Osnabrück haben am Sonntagabend vor der Holocaust-Gedenktafel unter den Arkaden der Stadtbibliothek gemeinsam dem Entzünden der sechsten Kerze am Chanukka-Leuchter beigewohnt und damit zugleich ein starkes Zeichen gegen antisemitische Hetze gesetzt.

Chanukka ist ein acht Tage dauerndes jüdisches Lichterfest, das an den erfolgreichen Aufstand der Makkabäer gegen die Fremdherrschaft und an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem im Jahr 165 v. Chr. erinnert. Dafür wird am Chanukka-Leuchter jeden Tag ein Licht mehr angezündet, bis schließlich alle acht Kerzen brennen. „In Zeiten wiederaufkommender Hetze hat das Licht eine ganz besondere Symbolkraft“, betonte Bürgermeisterin Birgit Strangmann die große Bedeutung des Chanukkafestes angesichts bundesweiter antijüdischer Kundgebungen in den vergangenen Tagen. Die Stadt Osnabrück beziehe klar Stellung gegen jegliche Form von Hass und Antisemitismus. Rabbiner Avraham Radbil nannte die Proteste, bei denen unter anderem israelische Flaggen verbrannt wurden, „eine Schande und ein Armutszeugnis“. Dass die Chanukkafeier unter den Arkaden der Stadtbibliothek wie geplant stattfinden könne, sei keine Selbstverständlichkeit. „In vielen anderen Städten wurden die Feierlichkeiten am Wochenende abgesagt“, so Radbil.

Im Anschluss fand im Chorsaal des Doms ein Konzert mit traditionellen jüdischen Liedern statt.


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