Stress an der Bramscher Straße? Osnabrücker ärgern sich über gleichzeitige Baustellen

Zu eng? Künftig sollen die Busse auch auf der vorderen Bramscher Straße und auf der Süntelstraße in beide Richtungen fahren. Anwohner befürchten, dass nach der Umgestaltung zu wenig Platz für Fußgänger und Radfahrer bleibt.Foto: Gert WestdörpZu eng? Künftig sollen die Busse auch auf der vorderen Bramscher Straße und auf der Süntelstraße in beide Richtungen fahren. Anwohner befürchten, dass nach der Umgestaltung zu wenig Platz für Fußgänger und Radfahrer bleibt.Foto: Gert Westdörp

Osnabrück. Baustellen verursachen Stress: Das Bürgerforum für die Stadtteile Dodesheide, Haste und Sonnenhügel diskutierte vor allem über die Zukunft der Bramscher Straße.

Versperrte Wege: Zwei Straßen, die entlang des Sonnenhügels nach Haste und in die Dodesheide führen, werden Stück für Stück komplett erneuert – mit allem, was sich an Kanälen und Leitungen darunter befindet. Dass die Bramscher Straße und die Knollstraße gleichzeitig einer solchen Operation unterzogen werden, verwundert viele Anwohner.

Eine Baustelle nach der anderen – oder alle zugleich?

Erhard Fricke vom Bürgerverein Haste fragte deshalb, was es mit Koordination dieser Dauerbaustellen auf sich hat. Er spricht von einem „Netzwerk der Verkehrsbehinderung“ mit einem nur langsamen Baufortschritt und empfiehlt der Stadt, lieber nach folgender Gleichung vorzugehen: „Weniger zeitgleiche Baustellen mit mehr Arbeitskräften gegenüber vielen gleichzeitigen Baustellen mit wenigen Arbeitskräften.“

Und ein Anwohner wählte einen drastischen Vergleich: „Wenn ich zwei Toiletten habe, saniere ich sie doch nicht gleichzeitig.“ Dieses Beispiel fand Oberbürgermeister Wolfgang Griesert, der das Bürgerforum leitete, zwar einerseits „interessant“, andererseits aber „zu einfach“, denn: Weder das eine noch das andere Bauvorhaben habe sich verschieben lassen. Und was die Zügigkeit auf den Baustellen angeht, habe er bei Kontrollen festgestellt: „Die komplexen Aufgaben werden bestmöglich erledigt.“

Zu eng für Busse und Fahrräder?

Auf halber Höhe des Hasefriedhofs ist die Bramscher Straße seit Monaten gesperrt. Dort wandert die Baustelle in Richtung Wachsbleiche. Neuerdings ist auch die Einfahrt an der Haster Mühle gesperrt – am „Knotenpunkt Nord“, wie es die Verwaltung es formuliert. Was auf dem „Knotenpunkt Süd“, also am Hasetor geschehen soll, stößt bei Anwohnern auf Kritik. Knackpunkt ist, dass die Busse dort künftig in beide Richtungen auf der vorderen Bramscher Straße und auf der Süntelstraße fahren sollen. Die „Initative Bramscher-Süntelstraße“ (IBRAS) bemängelt: Die Straßenzüge seien dort so eng bemessen, dass Fahrradfahrer neben zwei sich begegnenden Bussen kaum noch Platz fänden. Für sie werde die Situation „drastisch schlechter“. Anwohner fordern, dass der Busverkehr auf die Hansastraße verlegt wird. Manche wünschen sich, dass zumindest die Linien in Richtung Landkreis über die Hansastraße fahren. Birgt Elixmann beschrieb die Situation so: Die Anwohner hätten bereits jetzt „über 100 Busbewegungen“ zu ertragen. Diese Zahl werde verdoppelt. Darauf antwortete Oberbürgermeister Griesert so: „Die Planer wissen darum.“ Er regte an, dass sich Anwohner und Verkehrsplaner treffen: „Vielleicht können Sie ja voneinander lernen.“

Wo sich die Elektrobusse einfädeln

Dass sich ab 2019 die neuen Elektrobusse der Linie 4 an den Knotenpunkten Hasetor und Haster Mühle einfädeln werden, hat der Rat entschieden. Wie die Bramscher Straße aber zwischen den beiden Enden aussehen soll, ist noch offen – wie auch die Frage, wo dann die Autos parken sollen. Jürgen Schmidt vom Fachbereich „Geodaten und Verkehrsanlagen“ sprach von Überlegungen an „unterschiedlichen Modellen“.

Hoppelgeräusche auf der Vehrter Landstraße

Ganz in der Nähe wird eine Baustelle geradezu herbeigesehnt: Guido Gottwald aus der Siedlergemeinschaft Heidekämpen und vieler seiner Nachbarn wünschen sich, dass die Vehrter Landstraße saniert wird. Sie fühlen sich von den Hoppelgeräuschen zwischen den Betonplatten gestört. Der Wunsch soll in Erfüllung gehen, sobald die Knollstraße fertig ist.

Neuer Radweg für Haste

Für Radfahrer aus Haste ist es schwierig, auf legale Weise von der Bramstraße aus stadteinwärts auf die Bramscher Straße zu gelangen. Anwohner Paul Lippenkamp hakte nach – und Jürgen Schmidt von der Verwaltung kündigte an, dass die Radwege dort bis Ende 2018 umgebaut werden sollen. Darauf warten Haster Radfahrer seit Jahren.

Ein Kreisverkehr auf dem Haster Weg?

Gefährliche Situationen entstehen für Radfahrer auch zwischen der Kreuzung Haster Weg/Knollstraße und dem Beginn der Ellerstraße kurz vor dem neuen Wohngebiet „In der Gartlage“. Wie Griesert vortrug, will die Verwaltung im kommenden Jahr einen neuen Plan für die Strecke entwerfen. Dabei soll auch geprüft werden, ob für die Kreuzung Haster Weg/Knollstraße ein Kreisverkehr besser wäre.


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