Selbstmordversuch im Jahr 2014 Vater des Angeklagten sagt aus im Bramscher Mordprozess

Meine Nachrichten

Um das Thema Osnabrück Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

In diesem Haus in der Bramscher Innenstadt ereignete sich der Mord. Stunden nach der Tat soll der Angeklagte die gemeinsame Wohnung in Brand gesteckt haben. Archivfoto: Björn DieckmannIn diesem Haus in der Bramscher Innenstadt ereignete sich der Mord. Stunden nach der Tat soll der Angeklagte die gemeinsame Wohnung in Brand gesteckt haben. Archivfoto: Björn Dieckmann

Osnabrück. Der 23-jährige Bramscher, der zurzeit wegen Mordes angeklagt ist, hat Jahre vor der vermeintlichen Tat einen Suizidversuch unternommen. Das ergaben am zweiten Prozesstag Befragungen der Zeugen aus dem Umfeld des Angeklagten.

Selbst sein Vater erklärte sich nach kurzem Überlegen zu einer Aussage bereit. Als Verwandter des Angeklagten hätte er dies verweigern können. Er gab an, dass es mit seinem Sohn früher Differenzen wegen schulischer Leistungen und der Ordnungsliebe gegeben habe. Diese Reibereien hätten dazu geführt, dass sein Sohn nach der Scheidung auch einmal für anderthalb Jahre zur Mutter gewollt habe.

Weiterlesen: Hat Bramscher Seine Exfreundin ermordet und angezündet

Schulverweigerer

Nach der Rückkehr zum Vater habe es verstärkt Probleme mit Schulverweigerung gegeben. Sein Sohn sei dann bei der Berufsbildungsstätte „Die Brücke“ untergekommen, berichtete der Vater. „Den Hauptschulabschluss hat er da nicht gemacht“, antwortete der 56-Jährige auf die Frage des Richters.

Selbstmordversuch

2014 habe sein Sohn einen Selbstmordversuch begangen. Er versuchte, sich zu erhängen, indem er mit dem Seil um den Hals aus dem Fenster seines Zimmers sprang. „Eine Nachbarin klingelte und sagte, mein Sohn hänge aus dem Fenster.“ Er sei hochgestürmt, habe die verschlossene Zimmertür aufgebrochen und das Seil mit einem Messer gekappt, erzählte der Vater. Über den Grund des Suizidversuches habe er mit seinem Sohn nicht gesprochen.

Der kam daraufhin ins Ameos-Klinikum. Dort hatte er die gleichalterige Frau kennengelernt, wegen deren Tod er nun vor dem Landgericht steht. Beide zogen nach der Entlassung zunächst in Bad Iburg, später in Bramsche zusammen, so der Vater.

Trennung

Einen Monat vor der angeklagten Mordtat und Brandstiftung im Juni dieses Jahres, habe sich das spätere Opfer vom Angeklagten getrennt. Das berichtete dessen Freund. „Er hat mir gesagt, dass sie sich mehr gemeinsame Zeit mit ihm gewünscht hätte.“ Trotz der Trennung hätten aber noch beide in der Wohnung gelebt – wie Bruder und Schwester, habe der Angeklagte es gegenüber Bekannten erzählt.

Immer wieder fragten der Richter und der psychologische Gutachter nach dem Alkoholkonsum des Angeklagten. Doch von nennenswerten Auffälligkeiten oder gar Drogenproblemen wusste keiner aus der früheren Clique zu berichten.

Tat im Juni

Der Mann soll Anfang Juni dieses Jahres seine ehemalige Freundin ermordet haben. Stunden nach der Tat habe er versucht, die Spuren zu verwischen und die Wohnung in einem Wohn- und Geschäftshaus in der Bramscher Innenstadt in Brand gesteck t – so der Anklagevorwurf. Er selber sprang danach aus dem Fenster im zweiten Stock und verletzte sich schwer. Derzeit sitzt er in Untersuchungshaft. Der Prozess wird am 21. Dezember um 9 Uhr vor dem Landgericht in Osnabrück fortgesetzt.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN