Ab sofort keine „Basslöcher“ mehr Tonanlage der Lagerhalle wurde von Grund auf renoviert

Von Tom Bullmann

<em>Die Lagerhalle </em>hat jetzt neue digitale Licht- und Tontechnik, darüber freuen sich (v.l.) Tom Heise und Klaus Thorwesten von der Lagerhalle, rechts Martin Schmeing vom Tonstudio „Mühle der Freundschaft“. Foto: Jörn MartensDie Lagerhalle hat jetzt neue digitale Licht- und Tontechnik, darüber freuen sich (v.l.) Tom Heise und Klaus Thorwesten von der Lagerhalle, rechts Martin Schmeing vom Tonstudio „Mühle der Freundschaft“. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Nach zwanzig Jahren wurde es offenbar höchste Zeit: Die Tonanlage der Lagerhalle wurde von Grund auf renoviert. Die veranstaltungsfreie Zeit während der Sommerferien nutzte das Team des soziokulturellen Zentrums, um in Bezug auf die Beschallung das digitale Zeitalter einzuläuten. Kostenpunkt: 140000 Euro.

Tom Heise macht einen glücklichen Eindruck. Wochenlang hat er mit seinen Kollegen geschraubt und gebastelt, Kabel verlegt und Boxen aufgehängt. Jetzt wischt er über die Oberfläche eines Tablets, und an einem Mischpult in der Mitte des großen Saales beginnen bunte Lampen zu blinken. Wie von Geisterhand gesteuert, fahren Schieberegler in eine bestimmte Position, Musik quillt aus den Boxen. Tom Heise, der in der Lagerhalle für die Ton- und Lichttechnik zuständig ist, lächelt zufrieden.

Der Einsatz hat sich gelohnt, alles funktioniert: Der Ton ist jetzt in allen zu beschallenden Räumen um Klassen besser als vorher und kann aufgrund eines installierten Audionetzwerks von einer Zentrale aus angesteuert werden – und eben auch von einem Tablet.

„Mit der alten Anlage haben wir 20 Jahre gearbeitet. Sie bekam wegen Materialermüdung diverse Zipperlein“, erzählt Heise. Außerdem bekam er von Bands, die im Saal spielten, immer häufiger zu hören, dass die Technik nicht auf der Höhe der Zeit sei. „In den vergangenen zwei Jahren hat sich das Blatt gewendet: Wurden früher analoge Pulte angefordert, so stehen heute digitale Mischpulte an erster Stelle auf der Wunschliste von Bands.“

Außerdem hat sich die räumliche Nutzung der Lagerhalle in den vergangenen Jahren geändert. Zusätzlich zum Spitzboden und zum Saal wurden das Foyer und die Kneipe immer häufiger zum Veranstaltungsraum: Neben dem Fußball-Rudelgucken findet dort regelmäßig der Poetry Slam statt, Kalla Wefel begeht dort seinen Heimatabend, die Blues-Session steigt dort sowie diverse Disco-Events. „Wir mussten immer häufiger Boxen durch die Gegend schleppen“, sagt Heise. Als er mit seinem Kollegen und Lagerhallen-Leiter Klaus Thorwesten, der auch in der Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur als Berater tätig ist, das Problem vor zwei Jahren ansprach, wurden Nägel mit Köpfen gemacht. Thorwesten wusste, wo man Mittel vom Land Niedersachsen beantragen kann.

Also holte Heise sich Martin Schmeing vom Tonstudio Mühle der Freundschaft als Technikspezialist ins Boot, um ein stimmiges Konzept zu erarbeiten.

Die Akquise von Drittmitteln bei der Stadt erwies sich als problemlos: Fraktionsübergreifend stimmte der Rat in Anbetracht einer Nettobezuschussung von 83000 Euro durch das Land der Bewilligung von 16500 Euro netto aus dem Stadtsäckel zu. So brauchte die Lagerhalle nur noch 11000 Euro selbst dazuschießen, und die „Erneuerung und Installation einer Beschallungsanlage“ konnte mit dem Bewilligungsbescheid vom 9. Dezember 2012 in Angriff genommen werden.

Bei renommierten Firmen wurde das Material bestellt, das in den vergangenen Wochen in Eigenleistung installiert wurde. „Jetzt ist es möglich, mal eben eine Durchsage im Foyer zu machen. Man braucht nur noch das Mikro einzuschalten“, sagt Heise. „Außerdem können unsere Auszubildenden jetzt an den modernsten Geräten geschult werden“, fügt Thorwesten hinzu.

Und es gibt keine „Basslöcher“ mehr. „Bei der alten Anlage bildeten sich durch Frequenzüberlagerungen Stellen im Saal, an denen man so gut wie keine Bässe hören konnte. Das ist jetzt Vergangenheit“, sagt Schmeing. Als der Systemtechniker der Herstellerfirma aus Paris anreiste, um die Anlage individuell einzumessen, bekam das Team sogar ein Lob vom Fachmann: Besser hätte er das Equipment auch nicht installieren können, sagte der Spezialist, der durch die ganze Welt jettet, um Beschallungsanlagen zu justieren.