Kooperieren Förder- und Regelschulen? Kreispolitik streitet über Förderschulen Lernen


Osnabrück. Die Grünen konnten sich im Landkreis-Bildungsausschuss nicht mit ihrem Antrag durchsetzen, die Kreisverwaltung ein neues Konzept für die Georgsmarienhütter Comeniusschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen erarbeiten zu lassen.

Anna Kebschull und Petra Funke wiesen in ihrem Antrag darauf hin, dass die Förderschule auslaufen wird. Bereits in diesem Schuljahr gibt es erstmals keinen neuen fünften Jahrgang an der Comeniusschule.

Die Grünen unterstrichen jedoch, dass der Georgsmarienhütter Rat eine Resolution zum Erhalt der Schule verfasst hat. Deshalb stellten sie den Antrag, für die Zukunft des Förderstandortes ein Konzept zu erarbeiten, damit Inklusion im Landkreis gut begleitet gelingen könne. Die Reintegration der Schüler in die Regelschule solle dabei eine wichtige Rolle spielen.

SPD: Wir können nicht einfach eine Schule bevorzugen

Kreisrat Matthias Selle tat sich schwer damit, in der aktuellen Situation ein neues Konzept zu erarbeiten und erläuterte, dass die Auswirkungen der Koalitionsvereinbarung zwischen den Landesverbändern von SPD und CDU ohnehin noch erörtert werden müssten und diesbezüglich ein Gespräch mit der Landesschulbehörde bevorstehe. „Wir können schlecht ein Konzept erarbeiten, wenn in Hannover parallel etwas erarbeitet wird“, betonte Selle. Darüber hinaus müsse der Landkreis sich auch über die anderen Förderschulstandorte Gedanken machen. Auch Annegret Mielke (SPD) stellte heraus: „Wir können nicht einfach eine Schule bevorzugen.“

CDU: Überraschender Purzelbaum der Grünen

Christoph Ruthemeyer (CDU) zeigte sich überrascht über „den Purzelbaum der Grünen“. Schließlich habe die CDU sich stets für den Erhalt der Förderschulen eingesetzt und die Grünen hätten auf Landesebene für das aus seiner Sicht überstürzte Auslaufen der Förderschulen Lernen gesorgt. Annette Specht (Grüne) entgegnete: „Die Grünen im Landkreis waren immer ein kleines gallisches Dorf. Wir haben die Probleme in der Region gesehen und haben intern darauf hingewiesen.“ Zudem hätten auch die Grünen in Georgsmarienhütte die Resolution zum Erhalt der Comeniusschule mitunterschrieben.

„Wäre toll, wenn wir mit Georgsmarienhütter Hauptschule kooperieren könnten“

Der Vertreter der allgemeinbildenden Schulen im Landkreis-Bildungsausschuss und Leiter der Georgsmarienhütter Comeniusschule, Andreas Viehoff, sagte zum Antrag der Grünen: „Wir müssen diese sonderpädagogische Kompetenz unbedingt aufrecht erhalten. Wenn die Comeniusschule nicht mehr besteht, dann ist die Region Georgsmarienhütte diesbezüglich ein weißer Fleck.“ Viehoff erklärte am Rande der Sitzung: „Wenn wir Kooperationsklassen aufbauen und etwa mit einer Georgsmarienhütter Hauptschule kooperieren könnten, wäre das toll.“


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