Osnabrücker Hyde Park Dirkschneider lassen die Hochzeiten des Metal auferstehen

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Osnabrück. Dirkschneider lassen beim Konzert im Osnabrücker Hyde Park die Hochzeiten des Metal auferstehen.

Udo Dirkschneider war in den 70er und 80ern Sänger der Metallegende Accept. Danach begab er sich als U.D.O auf Solopfade. Unter dem Projektnamen Dirkschneider tourt er gerade mit seiner Band um die Welt, um die alten Hits von Accept noch mal zum Besten zu geben. Fazit des Gastspiels im Hyde-Park am Samstagabend: Der alte Mann kreischt noch wie eh und je.

Heavy Metal-Fans gelten als eher puristisch. Smartphones haben die meisten dennoch. Als der Vorhang für Dirkschneider fällt und die Strahler alles in giftgrünes Licht tauchen, schnellen zahlreiche Telefone nach oben. Die Bühne selbst ist nur noch teilweise sichtbar, ihr Abbild allerdings erscheint auf Dutzenden Bildschirmen. Ein interessanter Effekt, in den nächsten zwei Stunden ist er öfters zu sehen und unterstreicht: Es ist Ende 2017. Selbstverständlich ist das nämlich nicht, schließlich feiern vorne gerade die goldenen Zeiten des Heavy Metal eine kraftvolle Wiederauferstehung.

Stampfendes „Beast Inside“

Dirkschneider starten mit „The Beast Inside“. Die schwere, stampfende Nummer walzt wie eine unerbittliche Maschine durch die Halle und bereitet so den Boden für das hymnische „Aming High“, eine rockige Midtempo-Nummer. Die Basedrum macht sich erstmals in der Magengegend bemerkbar. Gut 1200 meist nicht mehr ganz junge Fans feiern die alten Klassiker von Accept und den alten Mann da vorne, der mittlerweile 65 ist, aber röhrt, als seien seine Stimmbänder vom Altern ausgenommen. Bei Nummern wie „Bulletproof“ oder „Slaves to Metal“ stellt sich die Frage, warum Udo Dirkschneider mit seinem Organ eigentlich nicht die Nachfolge von Brian Johnson bei AC DC angetreten hat.

Klassiker von Accept

Der weltweiten Fangemeinde, die ihn von Los Angeles bis nach Wladiwostock mit den immer gleichen „Udo, Udo“-Sprechchören umjubelt, wird indes ganz Recht sein, dass Udo Dirkschneider sich auf seine eigenen Projekte konzentriert. Die alten Klassiker von Accept, garniert mit der Originalstimme, versetzen das Osnabrücker Publikum jedenfalls zusehends in Feierstimmung. Bei „Princess of the Dawn“ sorgt der Chorgesang des Publikums für mehr als nur einen Hauch von Stadionatmosphäre.

Im Zugabenblock läutet dann „Metal Heart“, angereichert mit einem quälend langen Gitarrensolo, den letzten Akt der Show ein. Udo hat angekündigt, nach dieser Tour nie wieder Accept-Songs singen, sich stattdessen voll und ganz auf U.D.O konzentrieren zu wollen. Die Klassiker in ihrer Ursprungsversion wird es daher live wohl nicht mehr geben, aber immerhin: die alte Kreissäge bleibt ihren Fans erhalten.


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