Kopfschütteln und Fassungslosigkeit Osnabrücker Grüne kritisieren Umgang mit Sprachförderlehrerinnen

Von Dietmar Kröger

Die Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund steht an zwei Osnabrücker Schulen auf der Streichliste, weil das Land die Arbeitsverträge von zwei DAZ-Lehrerinnen nicht verlängert hat.  Symbolfoto: dpaDie Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund steht an zwei Osnabrücker Schulen auf der Streichliste, weil das Land die Arbeitsverträge von zwei DAZ-Lehrerinnen nicht verlängert hat. Symbolfoto: dpa

Osnabrück. Anette Meyer zu Strohen (CDU), Boris Pistorius (SPD), Frank Henning (SPD) und Burkhard Jasper (CDU) bekommen dieser Tage Post von der Ratsfraktion der Grünen mit dem Betreff „Weiterbeschäftigung von Lehrkräften im Bereich Deutsch als Zweitsprache (DaZ)“.

„Trotz der im rot-schwarzen Koalitionsvertrag angekündigten Entfristung der Stellen in der Sprachförderung, lässt die Große Koalition in Niedersachsen die betroffenen Schülerinnen und Schüler der Sprachlernklassen im Regen stehen und verhindert eine qualifizierte und nachhaltige Integration von neu zugewanderten und geflüchteten Kindern.“ Birgit Strangmann, Grünen-Ratsmitglied im Schulausschuss, und ihre Parteikollegin Anke Jacobsen, Vorsitzende des Sozialausschusses, wenden sich mit deutlichen Worte zur Entlassung der zwei Osnabrücker Sprachförderlehrerinnen Katja Gromes und Bianca Mischnick an die Osnabrücker Landtagsabgeordneten. Die Verträge der beiden DAZ-Lehrerinnen wurden nicht verlängert, der Sprachförderunterricht an den beiden betroffenen Osnabrücker Schulen, Ratsgymnasium (Mischnick) und Ernst-Moritz-Arndt-Gymansium (Gromes), wird deshalb wohl gestrichen.

Diese Lehrkräfte leisten an ihren Schulen Großartiges. Sie sorgen mit dem intensiven qualifizierten Sprachkurs zu Beginn und darüber hinaus, auch für die Integration in den Regelunterricht“, unterstreichen Strangmann und Jacobsen die Bedeutung des DAZ-Unterrichts. Es müsse im Interesse des Landes sein, qualifizierte Kräfte, die bereits erfolgreich an den Schulen arbeiteten, zu halten. Vor diesem Hintergrund sei es völlig unverständlich, warum das Ministerium sich trotz eindeutiger Ankündigungen nicht in der Lage sehe, qualifizierte Lehrkräfte im Bereich Deutsch als Fremdsprache (DAZ) weiter an ihren Schulen zu beschäftigen.

„Insbesondere auch aus menschlicher Perspektive verursacht die Verweigerung der Weiterbeschäftigung wie jetzt am Rats- und Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium Kopfschütteln und Fassungslosigkeit“, schreiben Strangmann und Jacobsen den Osnabrücker Landtagsabgeordneten.

Das Ministerium wisse bereits seit 2016 um dieses Problem, habe der nun entstandenen Situation aber nicht vorgebeugt. Jetzt sei die Große Koalition von SPD und CDU am Zug, entsprechende Korrekturen vorzunehmen. „Das ist, insbesondere mit Blick auf die betroffenen Kinder und Lehrkräfte, von hoher Bedeutung und Dringlichkeit“, so Strangmann und Jacobsen.