Ärger im Osnabrücker Stadtteil Eversburger leiden unter Lastwagenlärm – Kritik im Bürgerforum

Von Jann Weber

Brummis auf der Klöcknerstraße machen Anwohner der Wippchenmoorsiedlung das Leben laut. Foto: David EbenerBrummis auf der Klöcknerstraße machen Anwohner der Wippchenmoorsiedlung das Leben laut. Foto: David Ebener

Osnabrück. Wippchenmoor – dieser Name lässt eine Idylle vermuten. Die Straße ist Namensgeber für eine Siedlung entlang der Klöcknerstraße, auf der offenbar immer mehr Lastwagen unterwegs sind. Auf deren Weg befindet sich auch die Wersener Straße, wo ebenfalls viele Menschen leben. Petra und Rainer Temme äußerten im Bürgerforum für die Stadtteile Eversburg und Hafen ihren Ärger, den viele mit ihnen teilen.

Die Lastwagen dreier Speditionen stören dort die Ruhe. Die Temmes berichteten: „Im Sommer können wir kaum bei uns im Garten sitzen, weil eine Unterhaltung wegen des Lärms kaum möglich ist.“ Ein Hauseigentümer berichtete, an der Wersener Straße gebe es „Probleme mit der Vermietung“: Es sei dort einfach zu laut. Ein weiterer Anwohner fordert von der Stadt, „an der Ursache zu arbeiten“, also „die Lastwagen zurückzudrängen“.

Elbestraße als Alternative

Das scheint nicht so einfach zu sein. Franz Schürings, Leiter des Fachbereichs Städtebau, stellte grundsätzlich fest: „Wir haben das Verkehrsgeschehen. Das Verkehrssystem befindet sich – wie ebenfalls in vielen weiteren Städten – an der Grenze der Leistungsfähigkeit. Das Problem wird jedoch nicht dadurch gelöst, dass man Straßen etwa sperrt, denn das hätte wiederum Auswirkungen auf andere Straßen.“ Als die Römereschstraße ausgebaut wurde, habe der Verkehr auf der Klöcknerstraße zugenommen. „Dadurch hat sich die Situation verschärft.“ Es werde noch andauern, bis der Verkehr sich auf die alten Wege zurückverlagert. Sollte dies nicht eintreten, werde die Stadt über „verkehrslenkende Maßnahmen“ nachdenken müssen. „Wir werden das beobachten“ versprach Schürings. Von der Sanierung der Elbestraße habe sich die Stadt eine Entlastung erhofft. Sie bietet Lastwagen etwa von der Spedition Koch eine Verbindung zur Römereschstraße. Doch viele scheinen weiterhin die Brückenstraße und die Klöcknerstraße zu bevorzugen. Schürings kündigte an: „Wir werden die Gespräche mit den Speditionen wieder aufnehmen.“

Pläne in der Schublade

Schürings fasste zusammen: „Der kritische Punkt ist der Lärm.“ Die Stadt werde die Lärmkartierung fortschreiben und eine Aktionsplanung vorbereiten – unter Beteiligung der Öffentlichkeit. Doch Schürings Ausführungen lassen darauf schließen, dass sich die Anwohner gedulden müssen. Als Lärmschutz komme zwar Flüsterasphalt in Betracht. Und der Plan dafür liege zwar „bereits in der Schublade“, es zeichne sich jedoch noch nicht ab, dass für die Umsetzung Geld zur Verfügung stehe: „Ich will Ihnen keine übertriebenen Hoffnungen machen.“ Zumal auch „andere Bereiche der Stadt“ teils mit höherer Priorität betroffen seien.

Die grüne Welle und ihre Richtung

Könnte eine andere Ampelschaltung den Verkehr auf der Wersener Straße besser fließen lassen? Ulla Groskurt vom Bürgerverein Eversburg jedenfalls vermisst eine grüne Welle. Und doch scheint es sie zu geben, wie Schürings erläuterte. Sie bestehe morgens stadteinwärts und abends stadtauswärts – also jeweils abgestimmt auf den Bedarf: „Eine grüne Welle gibt es nicht in beide Richtungen“. Darauf reagierte Bürgermeister Burkhard Jasper, der das Bürgerforum leitete, skeptisch: Mit einer solchen Erklärung habe er sich bereits vor Jahren zufrieden geben müssen, als er eine grüne Welle für die Iburger Straße gefordert hatte. Doch dann habe er festgestellt, dass andere Städte die grüne Welle möglicherweise besser beherrschen: „In Gütersloh funktioniert es jedenfalls.“

Die Eversburg und die Idylle

Die Eversburg: So heißt eine Straße, die ebenfalls mehr Idylle verspricht, als sie offenbar halten kann. Anwohner ärgern sich über Lastwagen, die deutlich schwerer sind als die zugelassenen siebeneinhalb Tonnen, und über viele Autofahrer, die diese Straße auf ihrem Weg nach Pye nutzen. Der Fachbereich Städtebau hat nachgezählt. Demnach fahren dort pro Tag 4500 Autos und Lastwagen. Die Verwaltung hält diese Menge für „verträglich“. Anwohner Karl-Heinz Focke befürchtet, dass der Verkehr zunehmen wird, wenn im Landwehrviertel die neuen Häuser errichtet sind. Er wünscht sich eine neue Verbindung zwischen Eversburg und Pye. Aber die kommt für die Stadt nicht in Betracht, zumal dann ja auch neue Brücken über die Hase und den Stichkanal gebaut werden müssten.