Außerordentliche Vokalleistung Drei Musicalstudierende räumen in Berlin Preise ab

Von Tom Bullmann

Mit den Gewinnern Sebastian Jüllig (Mitte) und Celena Pieper freute sich Dekan Sascha Wienhausen. Foto: Jörn MartensMit den Gewinnern Sebastian Jüllig (Mitte) und Celena Pieper freute sich Dekan Sascha Wienhausen. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Sie studieren am Osnabrücker Institut für Musik und gewannen beim renommierten Bundeswettbewerb Gesang in den Kategorien Chanson und Musical vier Preise: Sebastian Jüllig, Celena Pieper und Anton Schweizer.

Glückliche Gewinner: Drei Studierende aus Osnabrück durften beim 46. Bundeswettbewerb Gesang einen Preis mit nach Hause nehmen. Sebastian Jüllig wurde als Gesamtsieger des Bereichs Chanson mit 5000 Euro bedacht und durfte auch gleich noch den Sonderpreis „Bar jeder Vernunft“ einheimsen, der mit 2500 Euro dotiert ist. Celena Pieper, die sich für den Bereich Musical angemeldet hatte, gewann den Preis des Bundesverbandes Deutscher Gesangspädagogen, ebenfalls mit 2500 Euro dotiert. Anton Schweizer, der Dritte im Bund der Studierenden am Institut für Musik (IfM) der Hochschule Osnabrück, bekam den 2500 Euro-Preis der Walter Kaminsky-Stiftung zugesprochen.

„Als ich in der vergangenen Woche nach Berlin gereist bin, habe ich ein Hotelzimmer bis zum Halbfinale und gleich die Bahnkarte für die Rückfahrt danach gebucht“, erzählt die Osnabrückerin Celena Pieper. In ihrer bescheidenen Art hatte sie nicht damit gerechnet, im Wettbewerb weiter zu kommen. Vielleicht waren die Erinnerungen an ihre Teilnahme an der TV-Show „Voice Of Germany“ im vergangenen Jahr der Grund für ihren Selbstzweifel. Doch dann merkte sie schnell, dass der Bundeswettbewerb Gesang eine völlig andere Zielsetzung als eine Casting-Show verfolgt. Nicht Einschaltquoten und Image waren hier gefragt, sondern ausschließlich gesangliche und darstellerische Leistung.

Das merkte auch Sebastian Jüllig aus Herxheim in der Pfalz, der im dritten Semester Musical am IfM studiert. Zwar halfen ihm ein außergewöhnliches Outfit und seine wirkungsvolle Publikumsansprache, ihm den Sonderpreis „Bar jeder Vernunft“ zu sichern, der an Künstler verliehen wird, die potentiell in der Lage sind, das Publikum in Theatern wie der Berliner „Bar der Vernunft“ zu fesseln. Doch letztendlich überzeugte er die Fachjury mit seinen gesanglichen Leistungen.

„Gerade an Sebastian Jüllich kann man einen Paradigmenwechsel für den Musicalbereich ablesen: Wir bewegen uns weg vom Imitieren eines amerikanischen Ideals hin zu einem eigenständigen deutschen Musikunterhaltungstheater“, erklärt Professor Sascha Wienhausen, Dekan des IfM, sichtlich erfreut über den großen Erfolg seiner Studierenden bei dem renommierten Wettbewerb.

Insgesamt 156 Bewerber aus dem deutschsprachigen Bereich waren in den Gesangswettstreit eingestiegen, 40 Teilnehmer konnten sich für das Finale qualifizieren, davon kamen sechs aus Osnabrück.

Das Preisträgerkonzert im Berliner Friedrichstadt-Palast am vergangenen Montag bildete schließlich den Höhepunkt des Wettbewerbs. Vielleicht bekommt man den Hollaender-Song „Reizend!“ oder „I´ll Be Here“ aus dem Musical „The Wild Party“ aus Jülligs Wettbewerbsprogramm dann auch mal in Osnabrück zu sehen und zu hören.