Elasticar GmbH Fakeshop aus Osnabrück soll tausende Kunden um Ware geprellt haben

Von Sven Kienscherf

Die Polizei Osnabrück führt ein Verfahren gegen einen mutmaßlichen Fakeshop mit Sitz in Osnabrück. Die Betreiber sollen im großen Stil Waren nicht ausgeliefert haben, die bezahlt waren. Rund 2.000 Anzeigen sind bereits bei der Polizei eingegangen. Foto: dpaDie Polizei Osnabrück führt ein Verfahren gegen einen mutmaßlichen Fakeshop mit Sitz in Osnabrück. Die Betreiber sollen im großen Stil Waren nicht ausgeliefert haben, die bezahlt waren. Rund 2.000 Anzeigen sind bereits bei der Polizei eingegangen. Foto: dpa

Osnabrück. Die Polizei Osnabrück führt ein Verfahren gegen einen mutmaßlichen Fakeshop mit Sitz in Osnabrück. Die Betreiber des Onlineshops sollen im großen Stil Waren nicht ausgeliefert haben, die bezahlt waren. Die Bestellungen gingen aus dem gesamten Bundesgebiet ein. Laut Polizei gibt es rund 1900 Geschädigte.

Die Polizei ermittelt wegen Betruges gegen die Verantwortlichen der Firma Elasticar GmbH. Recherchen unserer Zeitung zufolge soll der Drahtzieher aus dem Ruhrgebiet stammen. Als Geschäftsführer setzte er demnach einen Strohmann ein, da er selbst vorbestraft ist.

Über den Geschäftsführer im Rentenalter sind in Osnabrück Räume am Stadtweg angemietet worden. Zudem wurden mehrere Leute eingestellt, möglicherweise um den Anschein eines seriösen Unternehmens zu erwecken. Das Geschäft wurde im Spätsommer eröffnet. Das eigentliche Lager soll sich an anderer Stelle befunden haben.

Waren über das Internet bestellt

Waren konnten ausschließlich über eine offenbar perfekt gestaltete Seite im Internet bestellt werden. Bei Google waren bestimmte Artikel des Anbieters wie die Playstation gut gerankt, sodass der Onlineshop mit Sitz in Osnabrück weit oben in der Trefferliste auftauchte – und das mit sehr günstigen Preisen. So soll die Playstation IV plus Spiel zeitweise für 230 Euro angeboten worden sein.

Der Shop hatte ein vielfältiges Angebot: Es reichte von der Wasch- bis zur Kaffeemaschine. Einige der Waren sollen tatsächlich ausgeliefert worden sein. Offenbar versprachen sich die Hintermänner von den zufriedenen Kunden gute Bewertungen im Internet. Die ausgelieferten Waren kauften sie Informationen unserer Redaktion zufolge teurer ein, als sie verkauft wurden.

Polizei rechnet mit sehr vielen Anzeigen

Viel deutet darauf hin, dass die Betreiber sich vom sogenannten Black Friday am 24. November , an dem viele Schnäppchenjäger besonders kaufwütig sind, ein gutes Geschäft versprachen und den Laden im Hinblick auf diesen Tag betrieben.

Die Konten des Unternehmens bei einer Osnabrücker Bank sind gesperrt. Die Webseite des Unternehmens ist nicht mehr zu erreichen.

Die Polizei wollte die Informationen unserer Redaktion zunächst weder bestätigen noch dementieren und verwies auf die laufenden Ermittlungen. Die Polizei geht von 1900 Geschädigten aus. Etwa 150 Anzeigen seinen bereits gestellt worden.

Die Polizei Osnabrück bittet Geschädigte, Strafanzeigen bei der für sie zuständigen Polizeidienststelle zu erstatten und keine Anfragen per Telefon zu stellen. Hinweise zur Anzeigenaufnahme und weitere Informationen erhalten Geschädigte ausschließlich unter der Telefonnummer 0541/327-2599 und auf den Internetseiten der Polizeiinspektion und der Polizeidirektion Osnabrück.

Zunächst hatte es in dem Artikel geheißen, es lägen rund 2000 Anzeigen vor. Richtig ist, dass es laut Polizei etwa 1900 Geschädigte gibt. Die Zahl der gestellten Anzeigen liegt derzeit bei 150.