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99 Azubis Wettbewerb in Osnabrück: Angehende Gärtner müssen auch schätzen können

Von Niklas Golitschek | 10.02.2019, 14:32 Uhr

Es lockt das Finale auf der Bundesgartenschau in Heilbronn: 99 Auszubildende haben am Freitag beim Regionalentscheid des bundesweiten gartenbaulichen Berufswettbewerbs in der Außenstelle Dodesheide der BBS Haste ihr Wissen und Können unter Beweis gestellt.

Drei Stunden hatten die Teams Zeit, um die Aufgaben der acht Stationen zu meistern. An jeder davon gab es ein zeitliches Limit. Selbst zu dritt war das nicht immer einfach, wie das Team um den Auszubildenden Florian Gronhorst feststellen musste. „Es ist spannend. Man macht Sachen, die man sonst nicht macht“, sagte seine Team- und Arbeitskollegin Delphina Döppert. So mussten sie etwa schätzen, wie schwer eine mit Steinen und Holz gefüllte Kiste war.

„Die Botanik ist ein riesiges Feld“, sagte Hilko Meyer, stellvertretender Schulleiter und Abteilungsleiter bei der BBS Haste. Der Anspruch sei deswegen auch gar nicht, an allen Stationen die volle Punktzahl zu ergattern. „Auch nicht jeder Gärtner kennt den Weihnachtsstern oder kann jedes Gemüse beim botanischen Namen nennen“, führte er aus.

Genau deswegen deckten die einzelnen Stationen verschiedenste Themenbereiche ab. Mal ging es darum zu schätzen und zu messen, dann mussten Gemüsearten erfühlt und mit ihren Eigenschaften benannt werden und im nächsten Zug mussten Wildkräuter erkannt werden. Das hat durchaus einen praktischen Bezug, wie Otto Bokern, Teamleiter Gartenbau der BBS am Beispiel des befüllten Kastens erläuterte: „Man muss wissen, ob man sich das Gewicht zutraut oder die Ladefläche für die Pritsche ausreicht. Gewichte werden oft unterschätzt.“

„Das machen Gärtner seit Jahrzehnten“

Dass die Auszubildenden die Aufgaben durchaus ernst nahmen, zeigte sich daran, wie konzentriert sie bei der Sache waren. Da neben Lehrern auch Meister die einzelnen Stationen betreuten, bot sich ihnen gleichzeitig die Möglichkeit zum fachlichen Austausch. Den Lehrkräften und Berufstätigen ist der gartenbauliche Berufswettbewerb, dessen Regionalentscheid seit 2010 an der BBS Haste ausgetragen wird, eine vertraute Veranstaltung. Auch Frank Wallenhorst, Vorsitzender des regionalen Gartenbau-Wirtschaftsverbands, nahm als Auszubildender an dem Wettbewerb teil. „Das machen Gärtner seit Jahrzehnten. Das ist eine tolle Sache und etwas, das man behält“, sagte er.

Ob sich seine Gruppe für die Entscheide auf Landes- oder Bundesebene qualifiziert, sei nachrangig, sagte Azubi Florian Gronhorst. Man wolle die Aufgaben mit möglichst gut bearbeiten. Nur ein Ziel hat sich die Gruppe, deren dritter Mann Hannes Bargmann war, gesetzt: „Wir wollen beim Teamwork die volle Punktzahl.“