Weiteres Prestigemodell nach XL1 VW Osnabrück baut ab 2018 den Elektrobus von Moia

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Osnabrück. Er ist dort entwickelt worden und wird bald auch dort vom Band laufen: Das Osnabrücker VW Werk wird den Elektrobus der VW-Tocher Moia bauen.

Gute Nachricht für die Osnabrücker VWler und Lohn für ihre Arbeit: VW lässt den vollelektrischen Moia-Elektrobus ab 2018 in Osnabrück bauen. Das bestätigte der Moia-Sprecher Michael Fischer am Dienstag unserer Redaktion.

VW Osnabrück hatte den am Montag in Berlin vorgestellten Bus gemeinsam mit VW Nutzfahrzeuge Hannover in nur zehn Monaten entwickelt und gebaut. Der Moia baut technisch auf dem Crafter auf, Innenraum und wichtige Teil der Karosserie wurden unseren Informationen zufolge in Osnabrück komplett neu entwickelt und gestaltet.

Ab Ende 2018 sollen vorerst 200 Fahrzeuge in Hamburg an den Start gehen, hatte Fischer am Montag gesagt. Diese 200 sollen in Osnabrück gebaut werden. 1000 sollen es dort in den kommenden Jahren werden.

Nicht nur ein Auto, sondern ein Dienstleistungskonzept

Am Montag hatte Moia sein erstes eigenes Fahrzeug und ein umfassendes Konzept für die Bildung von Fahrgemeinschaften vorgestellt. Auf der Konferenz TechCrunch Disrupt in Berlin präsentierte Moia-Chef Ole Harms den vollelektrischen Minibus, der bis zu sechs Fahrgästen Platz bietet und für Fahrdienstleistungen eingesetzt werden soll.

Weiteres Prestigeprojekt

200 oder auch 1000 Fahrzeuge sind nicht ausreichend zur Auslastung des Werks. VW Osnabrück verliert Ende des Jahres den Porsche Cayenne und Mitte 2018 den Porsche Cayman. Die in Osnabrück produzierte erste Generation des VW Tiguan für den US-amerikanischen und kanadischen Markt dürfte in nicht allzu ferner Zukunft eingestellt werden, da auch in den USA inzwischen die zweite Generation zu haben ist.

Allerdings will Moia-Chef Harms bis 2025 Städte in den USA und Europa um eine Million Fahrzeuge entlasten, wozu es einer weitaus größeren Stückzahl als der anfangs geplanten 200 bis 1000 Fahrzeuge bedarf.

Mit dem Moia-Bus erhält VW Osnabrück aber zudem ein Prestigeprojekt wie einst mit dem Ein-Liter-Auto VW XL1, das die Osnabrücker VW-Mitarbeiter 200-mal gebaut hatten. Moia-Sprecher Fischer hatte das Osnabrücker Werk ausdrücklich gelobt: „Mir ist nicht bekannt, dass das schon mal jemand schneller geschafft hat.“


Bus mit dem Handy bestellen

Der Fahrgast soll das Shuttle künftig per App ordern. Auf dem Weg zum Ziel ermitteln Algorithmen, welche weiteren Fahrgäste auf der Route eingesammelt und befördert werden können. Der Pooling-Algorithmus sorge so dafür, dass die Auslastung der Fahrzeuge steige und Umwege und Leerfahrten vermieden würden. Die Preise sollen zwischen einem Ticket im Öffentlichen Personennahverkehr und einer Taxifahrt liegen. Moia, die zwölfte Marke des Volkswagenkonzerns, war vor einem Jahr auf der TechCrunch Disrupt in London vorgestellt worden.

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