Miteinander der Konfessionen Wanderausstellung zur Reformation im Osnabrücker Dom

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Im Chorgang 
              
              des Osnabrücker Doms ist die Ausstellung „Miteinander leben?“ noch bis zum 17. Dezember zu sehen. Foto: Hermann PentermannIm Chorgang des Osnabrücker Doms ist die Ausstellung „Miteinander leben?“ noch bis zum 17. Dezember zu sehen. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Nach einer im März begonnenen Reise durch neun verschiedene Kirchen im Osnabrücker Land ist die Wanderausstellung „Miteinander leben?“ im Hohen Dom St. Petrus angekommen, wo sie noch bis zum 17. Dezember zu sehen sein wird.

Dabei ist der Ort des Abschlusses bewusst gewählt. Denn der Osnabrücker Dom wird als Kernpunkt und Keimzelle der besonderen, bikonfessionellen Entwicklung des Christentums im Osnabrücker Land angesehen. Bis 1802 wechselten sich in der Mutterkirche des Bistums katholische und evangelische Bischöfe ab. Gleichwohl wurde mit der Capitulatio perpetua von 1650 in der Folge des Westfälischen Friedens der katholische Status der Domkirche festgeschrieben. Dieses Dokument, das als Verfassungsgrundlage des Bistums gilt, ist im Rahmen der Ausstellung in einer Vitrine im Forum am Dom zu sehen.

Eine weitere Besonderheit der letzten Station besteht darin, dass im Chorgang des Doms neben den acht Bannern, die chronologisch die Vor-. Und Nachgeschichte der Reformation im Osnabrücker Land nachzeichnen, auch jene neun zu sehen sind, welche die jeweiligen konfessionellen Besonderheiten der vorangegangenen Stationen skizzieren. Insgesamt werde damit die gesamte „Bandbreite des kirchlichen Lebens“ in und um Osnabrück, dessen „Voraussetzungen, Entwicklung und Vielfalt“ gezeigt, betonte der Historiker Ulrich Winzer vom Landschaftsverband Osnabrücker Land, der die zehnmonatige Ausstellung anlässlich des Jubiläumsjahres der Reformation organisiert hat.

Das Gemeinsame betont

Zuvor erinnerte die evangelische Landessuperintendentin Birgit Klostermeier in ihrer Ansprache anlässlich der Eröffnung der Ausstellung am Buß- und Bettag im Dom an die lange und bewegte Geschichte der Kirche und Konfessionen. Dazu gehöre auch das „Miteinander umgehen in der Spaltung und Verschiedenheit“, ohne jemanden auszuschließen oder niederzudrücken, betonte sie. Wie schwierig es sein kann, sich einem gemeinsamen Größeren unterzuordnen, ohne sich dabei untreu zu werden, zeige auch die aktuelle Politik. Die Ausstellung solle auch daran erinnern, dass alle Christen „von Gott als Einheit gedacht“ sind – verbunden mit einem Appell, „einander zuzuhören und zu verstehen“ und „aus der gemeinsamen Geschichte zu lernen“, so Klostermeier.

 

Gemeinsam mit dem katholischen Weihbischof Johannes Wübbe hatte sie die Gäste mit einem liturgischen Impuls ökumenisch begrüßt. Musikalisch umrahmt wurde die zehnte und abschließende Ausstellungseröffnung im Rahmen der Tournee vom Soloquartett des Osnabrücker Jugendchores. Mit Bedacht gewählt waren dabei die Strophen des Liedes „Wie schön leuchtet der Morgenstern“, die in den Gesangsbüchern beider Konfessionen fest verankert sind. So sei der „verbindende Brückenschlag“ auch musikalisch abgebildet worden, betonte Bistums-Museumsdirektor Hermann Queckenstedt am Ende.


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