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Der Name wurde aus Adelwald umgestaltet Aderhold ist ein alter Rufname

Von Winfried Breidbach

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Osnabrück. Ein Leser interessiert sich für die Herkunft des Namens „Aderhold“, der in seiner Familie vorkommt. Eigene Forschungen konnten bisher kein Licht ins Dunkle bringen.

Der Familienname Aderhold wird von rund 2000 Menschen getragen, die fast in allen Regionen vor allem in der nördlichen Hälfte Deutschlands zu finden sind. Im thüringischen Landkreis Nordhausen ist das stärkste Nest des Namens festzustellen.

Die Schreibvarianten Aderholdt und Aderholt sind sehr selten. Etwas häufiger ist die Namensform Aderholz, früher auch Aderholtz, die als Genitivname „Aderholts“ zu bestimmen ist. Eine Schreibung -holz/-holtz statt -holds/-holts findet sich häufiger, so beispielsweise bei den Namen Bernholz/-holtz (zu Bernhold/-holt), Reinholz/-holtz/-holdtz (zu Reinhold/-holdt/-holt).

Bei einigen der heutigen Familiennamen mit -holt/-hold ist -holt niederdeutsch und bedeutet „Holz“ oder „Wald“, dazu gehören fallweise hochdeutsche Entsprechungen mit -holz gleich „Holz“, so etwa bei Osterholt neben Osterholz.

Ein prominenter Namenforscher glaubt auch bei Aderhold/-holz das „Holz“-Wort zu erkennen und identifiziert das Bestimmungswort Ader- als mittelniederdeutsch âder „Staken, zu Zäunen gebraucht“. Aderhold bedeutete dann „Zaunstange(nholz)“, und es handelte sich um einen indirekten Berufsnamen für den Hersteller solcher Stangen oder um einen Übernamen für einen Menschen, der lang und dünn wie eine Zaunstange war.

Ohne historische Belege, die in eine andere Richtung weisen, müsste man diese Erklärung wohl akzeptieren. Dabei bliebe aber ein Unbehagen, denn auf die Frage, wieso ein nur sehr schwach nachweisbares Wort wie âder zu einem so häufigen Familiennamen führen konnte, findet sich keine Antwort.

Der Ursprung des Namens Aderhold geht ins 14. Jahrhundert zurück. Seit dem 12. Jahrhundert ist mehrfach ein Rufname Adelold, Adelhold bezeugt, so beispielsweise 1161 „Adeloldus de Gline“ (in Magdeburg).

Adelold geht auf den altdeutschen Rufnamen Adelwald zurück, der die Namenwörter adel („edel, vornehm“) und wald („Gewalt, Herrschaft“) enthält. Wie bei den anderen Namen mit -wald wurde dieser zweite Namenbestandteil schon früh zu -old abgeschliffen. Später wurde -old vielfach an das Adjektiv „hold“ (edel, anmutig) angeglichen, wie beispielsweise bei Arnwald zu Arnold zu Arnhold.

Bei Adelold/Adelhold verlief die Entwicklung anders, hier wurde Adelold zu Aderold umgestaltet, mit Entähnlichung von l-l zu r-l, wie die Gleichung Adelholdus = Aderoldus (1311/16 in Hildesheim) zeigt. Seitdem ist Aderold, später Aderhold, vielfach bezeugt.

Im Internet finden Sie die Familiennamen, die Dr. Breidbach schon im Auftrag unserer Zeitung untersucht hat: www.noz.de/namen

Namensvorschläge bitte an namensforscher@noz.de

Gutachten: www.ifn.name


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