Nach Kundencenter-Schließung Aus für Busticket-Verkauf im Hauptbahnhof Osnabrück

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Die Westfalenbahn ist ab Januar 2018 am Osnabrücker Hauptbahnhof für Ticketverkauf und Fahrgastberatung zuständig. Sie übernimmt dort die Vertriebsverpflichtung von der Nordwestbahn und richtet einen Schalter im DB-Reisezentrum ein. Foto: David EbenerDie Westfalenbahn ist ab Januar 2018 am Osnabrücker Hauptbahnhof für Ticketverkauf und Fahrgastberatung zuständig. Sie übernimmt dort die Vertriebsverpflichtung von der Nordwestbahn und richtet einen Schalter im DB-Reisezentrum ein. Foto: David Ebener

Osnabrück. Im Osnabrücker Hauptbahnhof werden nach dem Zugfahrplanwechsel 2017 im Dezember keine Busfahrkarten für die Region mehr verkauft. Der Osnabrücker Verkehrsclub (VCD) findet das problematisch – vor allem mit Blick auf die Landesgartenschau 2018 in Bad Iburg.

Nur noch bis 9. Dezember ist die Nordwestbahn am Osnabrücker Hauptbahnhof zu Ticketvertrieb und Fahrgastberatung verpflichtet. Dann wird sie ihr Kundencenter in der Wandelhalle schließen. Ab Januar liegt die Zuständigkeit für den Standort bei der Westfalenbahn.

Westfalenbahn-Service im DB-Reisezentrum

Reisende müssen sich deswegen auf einige Veränderungen einstellen. Sämtlicher Westfalenbahn-Service findet ab dem 10. Dezember nach Angaben eines Sprechers „an einem explizit für den Nahverkehr ausgewiesenen Verkaufsplatz im DB-Reisezentrum“ statt. Dort sollen neben kostenlosen Fahrplan- und Tarifinformationen sowohl Fernverkehrsfahrkarten als auch örtliche Nahverkehrstarife angeboten werden – konkret Niedersachsentarif, Westfalentarif, DB-Tarif und NRW-Tarif. Anders als im Nordwestbahn-Kundencenter seien Busfahrkarten der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) nicht Teil des Sortiments, erklärte die Westfalenbahn auf Nachfrage unserer Redaktion. (Weiterlesen: Wie klappt‘s mit den neuen Bustickets in Osnabrück?)

Darüber hinaus verschieben sich Öffnungszeiten am Schalter. Das DB-Reisezentrum ist montags bis freitags von 7.30 bis 19 Uhr geöffnet, samstags von 9 bis 18 Uhr sowie sonntags von 10 bis 18.30 Uhr. Zum Vergleich: Das Nordwestbahn-Kundencenter hat werktags von 7 bis 19 Uhr auf, samstags von 7 bis 12 Uhr und von 12.45 bis 16.15 Uhr sowie sonntags von 9 bis 12 Uhr und von 12.45 bis 16.15 Uhr. Unterm Strich führt das dazu, dass künftig im gesamten Bereich des Osnabrücker Hauptbahnhofs an den Wochenenden keine VOS-Bustickets mehr im stationären Verkauf erhältlich sind. Denn auch die nahe Weser-Ems-Bus-Niederlassung am Theodor-Heuss-Platz als letzte verbleibende Vorverkaufsstelle ist samstags und sonntags geschlossen.

VCD Osnabrück fordert Sonderangebote für Landesgartenschau-Besucher

Der Kreisverband Osnabrück des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) sieht darin eine möglicherweise folgenreiche Verschlechterung. Wenn etwa im kommenden Jahr die Landesgartenschau 2018 in Bad Iburg stattfindet ( erwartet werden 500.000 Gäste vom 18. April bis 14. Oktober), sei auswärtiges, mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisendes Publikum nunmehr gezwungen, Fahrscheine für die gut halbstündige Busfahrt von Osnabrück zum Veranstaltungsort beim Busfahrer zu kaufen. Und das ausgerechnet an den mutmaßlich besucherstärksten Tagen der Woche.

„Das kann große Verspätungen verursachen – und die will doch eigentlich keiner. Weder von den Fahrgästen noch von den Nahverkehrsplanern“, sagt VCD-Sprecher Jörn Keck. Eine Lösung könnten seiner Meinung nach Kombitickets darstellen, bei denen die vorab erworbene Laga-Eintrittskarte auch Busfahrkarte wäre. Doch ein solches Sonderangebot werde es voraussichtlich nicht geben. Eine andere Möglichkeit sei, etwa das Niedersachsen-Ticket vorübergehend und gegen geringen Aufpreis so aufzuwerten, dass Inhaber neben Regionalzügen damit ausnahmsweise auch Busse von Osnabrück nach Bad Iburg und zurück nutzen könnten. Aber ein derartiges Modell scheine von verantwortlicher Seite ebenfalls nicht vorgesehen, kritisiert der VCD.


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