Ultraschall, CT und MRT Ursulaschule Osnabrück rüstet mit 66.610 Euro auf

Von Katja Steinkamp


Osnabrück. Der Unterricht in den Naturwissenschaften an der Ursulaschule in Osnabrück wird ab nun an praxisnaher. Die Schule bekam drei Ultraschallgeräte und ein MRT-Gerät, an denen Schüler, in dem Seminarfach „Medizinphysik“, nun auch lebensnahe Experimente durchführen können. Investition: mehr als 60.000 Euro.

Seit 1999 unterstützt und fördert die „Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung“ Schulprojekte im Bereich Naturwissenschaften und vor allem in der Physik. Per Ausschreibung suchte die Stiftung nach Schulen mit kreativen Ideen, skizzierte Stefan Jorda, Geschäftsführer der Heraeus-Stiftung. Notwendig für den Zuschlag waren engagierte Lehrer, eine Kooperation mit beispielsweise Krankenhäusern und Ärzten und ein spannendes Thema. Das alles habe die Ursulaschule mitgebracht.

„Mehr als Fachunterricht“

Es sei mehr als Fachunterricht, sagte Physiklehrer Tobias Gieschen. „Wir versuchen, durch Seminarfächer die gelernte fachliche Ausbildung der Schüler mit anderen Themen zu erweitern.“ Sein Seminarfach „Medizinische Physik“ beinhalte Röntgen, CT, MRT und andere Geräte, die man beim Arzt finden könne, erklärte Gieschen. Durch die gesammelten Mittel durch die Heraeus-Stiftung, die Deutsche Physikalische Gesellschaft, aber auch durch andere Spender wie den Förderverein der Schule sei es möglich gewesen, drei Ultraschallgeräte und ein MRT-Gerät für den Fachunterricht anzuschaffen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf üppige 66.610 Euro. „Es kann nun ein individuelles und selbstständiges anstatt ein pragmatisches Lernen stattfinden“, so der Physiklehrer.

Drei Stationen durchlaufen die Schüler mit der Arbeit an den Ultraschallgeräten. „Es gibt das Fötusmodell, das Brustmodell und das Augenmodell“, erklärte Gieschen. Zu allen Gerätschaften bekämen die Schüler zusätzliches medizinisches Material, um die Pathologien und Anatomien des menschlichen sowie tierischen Körpers mit einbeziehen zu können. Mit den Geräten können die Schüler nun Untersuchungen anstellen und beispielsweise an dem Fötusmodell ein Ultraschallbild erstellen.

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„Sinnvoll lernen“

Naturwissenschaften sollen Spaß machen. Deswegen sei das Ziel des Unterrichts, durch die praxisnahen Übungen die Faszination am Inneren eines Körpers zu entdecken, sagte Gieschen. „Es ist wichtig, dass die Schüler Freude haben und sinnvoll lernen.“ Mit dem Gerät zur Computertomografie können die Schüler beispielsweise an einem toten Frosch üben. „Mit dem Röntgenlicht wird das Innere des Frosches durchstrahlt, dabei können die Schüler herausfinden, ob das Tier mal Brüche hatte oder Ähnliches“, erklärte der Lehrer. Den eigenen Körper dürfen die Schüler dabei allerdings nicht austesten. „Während des Prozesses muss die Glastür des Gerätes, in dem sich der Frosch befindet, wegen den Strahlen geschlossen sein.“

Die Schüler sind von der neuen Art des Unterrichts begeistert. „Es ist nicht so trocken, sondern kreativ gestaltet“, sagte eine Schülerin. „Wir können uns selbstständig mit dem Thema auseinandersetzen und ausprobieren. Man kommt dabei viel mehr ins Gespräch.“

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Der Schulleiter der Ursulaschule Rolf Unnerstall freue sich darüber, nun zeigen zu können, was an anderen Schulen nicht möglich sei, da die Geräte sehr teuer waren. „Die Heraeus-Stiftung hat erkannt, was für eine gute Arbeit Lehrer und Schüler hier leisten und welches Engagement mitgebracht wird. Dafür sind wir sehr dankbar.“ Außerdem sei er stolz darauf, den Schülern diese Möglichkeiten von jetzt an bieten zu können, sagte Unnerstall.