Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte „Inklusiver Mädchentreff“ gewinnnt Jugendförderpreises

Von Werner Barthel

Voller Stolz präsentiert der erste Preisträger, der „Inklusive Mädchentreff“, den Siegerscheck über 1500 Euro. Foto: Clas SchafstallVoller Stolz präsentiert der erste Preisträger, der „Inklusive Mädchentreff“, den Siegerscheck über 1500 Euro. Foto: Clas Schafstall

Georgsmarienhütte. Der „Inklusive Mädchentreff“ im evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Melle-Georgsmarienhütte ist Gewinner des Jugendförderpreises des Jugendrings Osnabrücker Land.

Premiere bei der diesjährigen Verleihung des Jugendförderpreises auf Landkreisebene: Erstmals bestimmten Gruppen und Einzelpersonen, die sich beworben hatten, weitgehend selbst darüber ab, wer aus ihren Reihen preiswürdig war. Die Jury, die in der Vergangenheit das Sagen hatte, beschränkte sich auf ein Mitspracherecht von 25 Prozent.

Verändertes Verfahren

Organisation und Durchführung dieser Feierstunde zu Ehren all derjenigen, die sich ehrenamtlich für Kinder und Jugendliche stark machen, lag bei dieser Veranstaltung im Forum der Katholischen Landvolkhochschule in den Händen des Jugendrings. Das geänderte Verfahren sorgte für Hochspannung vom ersten Augenblick an. Waren sich die Gruppen und Einzelpersonen doch sehr bewusst, dass sie fast allein entscheiden würden, wer aus ihren Reihen besonders preiswürdig war. Da spielte es an diesem Abend auch keine Rolle, dass die Sieger erst nach gut drei Stunden gekürt werden konnten.

Projekte zum Wohl von Kindern

Denn zunächst erhielten die Gruppen und einzelne Personen Gelegenheit, sich und ihre Projekte zum Wohl von Kindern und Jugendlichen vorzustellen. Erst nach vier Vorstellungsrunden, die von Tobias Macho moderiert wurden, schritt man zur Abstimmung: Auf Wahlzetteln konnte jede Gruppierung Punkte vergeben. Einzige Voraussetzung: Man durfte nicht sich selbst wählen.

Fetzigen Stücke

In dieser derart „aufgeheizten“ Atmosphäre schaffte es die Bigband der Angelaschule Osnabrück unter Leitung von Eckhard Sauer ohne Probleme, für begeistert aufgenommene musikalische Einlagen zu sorgen. Die fetzigen Stücke waren außerdem so ganz nach dem Geschmack der überwiegend jugendlichen Gäste. Anteil an der guten Stimmung hatte auch Zauberer Endrik Thier, der seine Zuhörer ein ums andere Mal mit Tricks und Jonglierkunst in seinen Bann schlug.

Vier Vorstellungsrunden

In den vier Vorstellungsrunden stellten Jugendliche Vertreter von Vereinen, Institutionen oder kirchliche Einrichtungen die Projekte und Aktivitäten vor, die sie ehrenamtlich zum Wohle von Kindern und Jugendlichen unternehmen. Unter ihnen waren Gruppen wie der „Dekanatsvorstand“, dem Zusammenschluss verschiedener Ortsgruppen, der sich um ein gemeinsames Angebot für die Jugendarbeit in den einzelnen Gemeinden bemüht.

Barrieren abbauen

Bei dem „Inklusiven Mädchentreff“ dagegen stehen Begegnungen behinderter und nicht behinderte Kinder und Jugendlicher im Mittelpunkt. Ziel dieser Gruppe, die von behinderten und nicht behinderten Jugendlichen geführt wird, ist es, Mädchen mit und ohne Behinderung zusammenzuführen, Barrieren abzubauen und gemeinsam Freizeiten zu gestalten. Alljährlich gibt es ein Musicalprojekt in Bissendorf, bei dem alle teilnehmen können.

Mediendienst gegründet

Die evangelische Jugend Bramsche bemüht sich, die Jugendarbeit in 25 Kirchengemeinden Projekte zu organisieren und durchzuführen, die eine einzelne Gemeinde überfordern würde. Ein Mediendienst wurde gegründet, um Unternehmungen in Bild und Ton festzuhalten. Von dem Projekt „Begegnung mit Kommunalpolitikern“ entstanden in letzter Zeit drei Filme, die 6000 mal gezeigt wurden. Für ihre Initiative für unbegleitete Flüchtlinge wurde zudem das Bramscher Jugendparlament mit dem Preis „Niedersachsen packt an“ ausgezeichnet.

Keiner ging leer aus

Schließlich, inzwischen am Buffet aus der Küche der Landvolkhochschule gestärkt, waren die Stimmzettel ausgezählt, und man konnte zur Preisverleihung schreiten. Die gute Stimmung hatte jetzt ihren Höhepunkt erreicht. Dazu trug auch die Gewissheit bei, dass keiner leer ausgehen würde: 30 Euro winkten auch denjenigen, die wenig Punkte erreicht hatten.

Nicht ganz unerwartet hatten alle Stimmberechtigten der „Inklusiven Mädchengruppe“ die meisten Punkte gegeben. Ruth Brand vom Hauptsponsor „Innogy“, einer Tochter des Energiekonzerns RWE, überreichte eine Urkunde, die übrigens alle Gruppen erhielten und den Siegerscheck über 1500 Euro. Die Jugendleiter aus Merzen wurden für ihr Engagement um die Führung des Jugendhauses von Rainer Dieckmann, Fachdienstleiter Jugend beim Landkreis, mit dem zweiten Preis bedacht, der 1000 Euro wert ist.

Werner Lindwehr vom Gesundheitsdienst überraschte das „Netzwerk Jugendhaus“ aus Buer mit dem dritten Preis über 700 Euro. Die Plätze vier bis zehn durften sich über 150 Euro freuen, alle anderen erhielten als sichtbare Anerkennung ihrer Bemühungen Urkunde nebst 30 Euro.