Grenzgang und Grenzerfahrung Performance-Festival überschritt Grenzen

Von Tom Bullmann

Das Young Urban Performances-Team bot den Besuchern im Osnabrücker Haus der Jugend eine intensive Auseinandersetzung mit der Kunstform der Performance. Foto: Thomas OsterfeldDas Young Urban Performances-Team bot den Besuchern im Osnabrücker Haus der Jugend eine intensive Auseinandersetzung mit der Kunstform der Performance. Foto: Thomas Osterfeld

Osnabrück. An zwei Tagen ermöglichten die acht Studentinnen des „Young Urban Performances“-Teams den Besuchern des Hauses der Jugend eine intensive Auseinandersetzung mit der Kunstform der Performance.

In einer geöffneten Garage hängen vier Monitore, auf denen nichts zu sehen ist. Doch setzt man sich eine der Gasmasken auf, die von der Decke baumeln, erscheinen plötzlich Bilder: Filmsequenzen mit jungen Leuten, die während des Krieges mit Gasmasken tanzten; Abbildungen des Triptychons „Der Krieg“ von Otto Dix; Fotos von Kriegsopfern. „Mit anderen Augen“ heißt die Rauminstallation von Azim F. Becker, die am Wochenende im Rahmen des YUP-Festivals (Young Urban Performances) im Haus der Jugend gezeigt wurde.

Insgesamt 16 Performances und Videoinstallationen hatte das achtköpfige Veranstalterteam ausgewählt, um ein aktuelles Schlaglicht auf die junge Szene der Performancekünstler zu werfen. Von den Wasserträgerinnen, die einen Swimmingpool füllten, über das Salatessen von einem nackten Körper über die aufwändige Klanginstallation, die gegen Abend die Turnhalle des HdJ mit live generierten Elektrosounds und Visuals erfüllte – in allen Ecken wurden die Sinne der insgesamt mehr als 250 Besucher gereizt und provoziert.

Am zweiten Tag des Festivals führten zwei Frauen 25 Workshopteilnehmer in die Kunst der Performance ein: Lisa Tostmann verriet, wie man spricht, während man die Zunge festhält, derweil Pia Tabea Visse andere Grenzwahrnehmungen ermöglichte.