Verhandlung am Landgericht Prostituierte in Alfhausen verprügelt, Mann mit Auto gejagt?

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Am Landgericht Osnabrück wird seit Montag gegen einen 32-Jährigen wegen versuchten Totschlags verhandelt. Foto: GründelAm Landgericht Osnabrück wird seit Montag gegen einen 32-Jährigen wegen versuchten Totschlags verhandelt. Foto: Gründel

Osnabrück. Hat ein 32-Jähriger im Mai in Alfhausen die 18-jährige Mitarbeiterin eines Bordells angegriffen und versucht, einen Mann mit dem Auto zu überfahren? Das muss jetzt das Landgericht Osnabrück aufklären.

Der Angeklagte aus Braila (Rumänien) wurde am Montag von den Beamten der Justiz in Handschellen in den Saal geführt. Die Anklage lautet unter anderem auf versuchten Totschlag, die konkreten Vorwürfe wie folgt: Am Morgen des 20. Mai dieses Jahres soll der Angeklagte die 18-jährige Geschädigte in ihrer Alfhausener Wohnung geschlagen, gewürgt und mehrfach gegen den Kopf getreten haben. Der Frau sei es dann gelungen, ihm zu entkommen und zu dem nahen Bordell zu laufen, in dem sie zur Zeit des Vorfalls arbeitete. In Begleitung ihres Chefs sei sie zur Wohnung zurückgekehrt, dort habe der Angeklagte versucht, sie wiederum zu schlagen; ihr Chef sei aber dazwischen gegangen.

Vorwurf: Auto als Waffe eingesetzt

Daraufhin habe der Angeklagte versucht, den Chef zu überfahren, als der vor dem Eingang des Hauses stand. Er habe dem möglicherweise lebensgefährlichen Angriff ausweichen und sich ins Gebäude zurückziehen können, daraufhin habe der Angeklagte zurückgesetzt und sein Auto gegen den Eingangsbereich gefahren. Als er den Chef wiederum verfehlt habe, sei er die 200 Meter zum Bordell gefahren und und habe dessen Auto beschädigt. Als der Chef auf dem Parkplatz erschienen sei, soll der Angeklagte erneut versucht haben, ihn mit dem Auto zu überfahren, allerdings auch hier erfolglos.

Auf der B68 fasste eine Polizeistreife den Angeklagten. Während des Transports zum Polizeikommissariat Bersenbrück versuchte er, sich aus dem Streifenwagen zu befreien; die Beamten brachten ihn unter Einsatz von Pfefferspray zur Räson, wobei er sich heftig wehrte.

Schriftliche Aussage angekündigt

Der Verteidiger des 32-jährigen kündigte an, eine schriftliche Einlassung seines Mandanten werde in Kürze folgen. Diese müsse noch übersetzt werden, da der Angeklagte der deutschen Sprache nicht hinreichend mächtig ist. Die Geschädigte war indessen nicht zu erreichen. Laut Information des Gerichts ist die Frau inzwischen in ihr Heimatland Rumänien zurückgekehrt.

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