Kunstpartnerschaft Teil zwei Kunstreihe „BIOS“ startet neue Ausstellungsstufe

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Fragiles Gleichgewicht: Caro Enax stapelt oder lehnt Fragmente aus Beton aneinander. Foto: Jörn MartensFragiles Gleichgewicht: Caro Enax stapelt oder lehnt Fragmente aus Beton aneinander. Foto: Jörn Martens

Osnabrück. Im Kunstraum hase29 wird der zweiten Block der Ausstellungsreihe „BIOS“ gezeigt, bei der Künstler aus Bielefeld und Osnabrück zusammentreffen. Diesmal präsentieren Eva Preckwinkel, Caro Enax und Robert Stieve aus Osnabrück aktuelle Arbeiten, aus Bielefeld stammt Lars Rosenbohm.

Der Bielefelder bildet eine Minderheit, fügt sich mit seinen Arbeiten aber gut in die Werkschau der Osnabrücker: „Ich verwende genauso wie Caro Enax Versatzstücke aus älteren Arbeiten“, sagt Lars Rosenbohm. So nimmt er sich alte, bearbeitete Leinwände vor, die er nicht vollendet hat. Diese nutzt er als Basis für Schichtungen: Fundstücke, Fotos, Materialien. Er malt über, zeichnet, collagiert, bis ein komplexes Bild entstanden ist, das nur selten gegenständlich ist. Bisweilen entdeckt man eine Annährung an sein Kernthema: die Maske und der Kopf, der auch mal zum Totenschädel wird.

Der Tod spielt auch bei Eva Preckwinkel eine gravierende Rolle. Sie, die früher einen sarkastischen Blick auf Heimat und Idylle warf, widmet sich jetzt der Gewalt und dem Terrorismus. Aus Sperrholz ausgesägte Schnellfeuergewehre zielen zum Schlaflied auf Besucher, Handgranaten baumeln an einem Mobile. Lampedusa, das Paradies im Süden Italiens, wird zum zerstörten Traum.

Zurück zur Verwertung alter Arbeiten: Caro Enax nimmt sich Fragmente einer Gussform vor, die sie für andere Skulpturen benutzte, um von der Form identische, aber von der Oberfläche ganz unterschiedliche, amorphe Objekte aus Beton zu gießen. Besonders aufregend geraten ihre Skulpturen, wenn sie Einzeltteile stapelt oder aneinander anlehnt, sodass ein fragiles Gleichgewicht entsteht.

Einen Dialog der Generationen erzeugt derweil Robert Stieve: Seine mithilfe von Wachsplatten und Zahnspachteln gefertigte Spezialdrucke korrespondieren auf spannende Art mit der Skulptur „Coming Of Age“, die mit mürrischem Blick in die Zukunft schaut.

Die Ausstellung ist der zweite Teil einer Reihe unter dem Titel „BIOS“, die das Ziel verfolgt, eine Art künstlerischen Städteaustausch zu realisieren. So treffen Künstler aus Osnabrück mit ihren Arbeiten auf Exponate, die von Mitgliedern der Bielefelder Künstlerinitiative Artists Unlimited stammen. Eine Gegenausstellung in Bielefeld ist geplant.


hase 29 (Hasestraße 29): „BIOS“ - 16 Künstler aus Bielefeld und Osnabrück stellen aus. Bis 28. Januar 2018. Zweiter Block mit Arbeiten von Eva Preckwinkel, Caro Enax, Lars Rosenbohm und Robert Stieve bis 26. November. Di., Mi., Fr. und Sa. 14-18 Uhr, Do. 16-20 Uhr, Eintritt frei.

Ruller Haus: „BIOS - Von jedem ein Stück“. Gemeinschaftsausstellung von 16 BIOS-Künstlern: 28. Okt. bis 28 Januar. Zu den üblichen Zeiten, info unter www.rullerhaus.de.

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