Performance, Workshop, Party Young Urban Performances feiert innovative Kunstform

Von Tom Bullmann

Geben insbesondere Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, Performance zu erleben: die acht Studentinnen, die das Festival Young Urban Performances organisiert haben. Foto: Young Urban PerformancesGeben insbesondere Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, Performance zu erleben: die acht Studentinnen, die das Festival Young Urban Performances organisiert haben. Foto: Young Urban Performances

Osnabrück. An zwei Tagen veranstalten acht Kunststudentinnen der Universität Osnabrück ein Performance-Festival im Haus der Jugend. Das Ziel: Jungen Künstlern ein Forum schaffen, auf dem sie ihre Arbeiten der Öffentlichkeit zeigen können.

Performancekunst in der Kunsthalle, Performance im Kunstraum Hase 29, Performancekunst bei den bildenden Künstlern Osnabrücks, zum Beispiel aktuell beim Künstlerpaar Jakob und Manila Bartnik, und jetzt Young Urban Performances im Haus der Jugend: Führt man sich das Angebot künstlerischer Aktivitäten in der Stadt vor Augen, scheint an der Gattung Performance zurzeit kein Weg vorbeizuführen. Jetzt haben sich acht Studentinnen des Fachs Kunst/Kunstpädagogik zu einer Gruppe zusammengeschlossen, die das Ziel verfolgt, gerade jungen Vertretern der performativen Kunst ein Forum zu bieten. Unter dem Titel YUP, Young Urban Performances, haben sie ein Festival organisiert, das an zwei Tagen im Haus der Jugend stattfindet.

„Zunächst haben wir einen „open call“ gestartet. Im Internet und mithilfe von Flyern und Plakaten, die wir an Universitäten und anderen Institutionen verteilten und aushängten, forderten wir junge Künstler auf, sich bei uns melden“, erklärt Desirée Hieronimus, die im siebten Bachelorsemester Kunst/Kunstpädagogik und Kunstgeschichte studiert.

Gesucht wurden Arbeiten zum Thema Grenzgang, Grenzüberschreitung, Grenzerfahrung.

Aus den eingesandten Arbeiten wählte das YUP-Team 17 aus, die am ersten Tag des Festivals im Haus der Jugend präsentiert werden. „Wir konnten ein Programm in Form eines Rundgangs zusammenstellen, der an viele unterschiedliche Orte des Hauses führt: in den großen Saal, in die Turnhalle im Keller, in die Teestube in der ersten Etage und auch nach draußen in den Innenhof“, so Hieronimus. Der enge Kontakt zu Mitarbeitern des Vereins FOKUS hatte die Studentinnen auf die Idee gebracht, ihr Festival im Haus der Jugend durchzuführen. „Die Örtlichkeit erscheint ideal“, sagt Hieronimus. Da es bei der Veranstaltung nicht nur um den passiven Kunstgenuss, sondern auch um Partizipation und Austausch geht, wurden Workshops, eine Podiumsdiskussion und eine gemeinsame Party in das Programm eingebaut.

Ob Soundskulptur im Raum, der menschliche Körper als ästhetisches Element, der Swimmingpool als Statussymbol und Objekt der Abgrenzung, die filmische Aneignung fremden Alltagslebens oder die performative Auseinandersetzung mit eine Primärfarbe – die Annäherung an die inhaltlichen Vorgaben sind vielfältig.

„Wir wollten nicht unsere eigenen Arbeiten in den Vordergrund stellen, sondern ein Forum schaffen, in dessen Rahmen die Performance als innovative künstlerischer Form gefeiert wird“, betont Hieronimus. Ein Ziel des Festivals sei es, besonders Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zu geben, Performance zu erleben und selbst zu erfahren. Daher seien gerade ganz junge Kunstinteressierte eingeladen, am zweiten Festivaltag an einem von zwei Workshops teilzunehmen, die von Lisa Tostmann und Pia Tabea Visse angeboten werden.

„Um das Festival zu finanzieren, sind wir auf Sponsorensuche gegangen. Letztendlich haben wir hauptsächlich durch die Unterstützung der Felicitas und Werner Egerland Stiftung sowie durch das niedersächsische Förderprogramm Generation³ einen Etat von 10000 Euro zusammenbekommen“, erläutert Desirée Hieronimus.

Auf die Frage, warum nur Frauen zum YUP-Organisationsteam gehören, lacht die Bachelorstudentin und meint: „Wir haben nichts gegen Männer. Das war eher Zufall und liegt wohl daran, dass das Fach Kunst/Kunstpädagogik doch sehr stark von Frauen dominiert wird.“


Young Urban Performances: 11.-12. November, Haus der Jugend. Infos unter young-urban-performances.jimdo.com