Ein Bild von Louisa Riepe
06.11.2017, 15:25 Uhr ZUR SITUATION DER LEHRBEAUFTRAGTEN

Im Sinne der Studenten: Bezahlung hoch oder Belastung runter

Kommentar von Louisa Riepe

Sie sind die Leidtragenden, wenn Lehrbeauftragte schlecht bezahlt werden: die Studenten. Archichfoto: Swaantje HehmannSie sind die Leidtragenden, wenn Lehrbeauftragte schlecht bezahlt werden: die Studenten. Archichfoto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Dass Lehrbeauftragte an den Hochschulen systematisch ausgenutzt werden, schadet am Ende dem wissenschaftlichen Nachwuchs. Zum Wohle der Studenten muss dringend eine Lösung her.

Blockveranstaltungen von externen Lehrbeauftragten an der Uni waren schon vor Jahren wahre Wundertüten: Sie endeten früher als geplant, oder fanden gar nicht erst statt, weil der Dozent kurzfristig absagte. Lehrinhalt waren endlose Referate oder uninspirierte Gruppenarbeiten. Und am Ende bekamen alle Seminarteilnehmer auf wundersame Weise die gleiche Note.

All das erscheint – vor dem Hintergrund des Beispiels Alexander Wiehart – als Symptom der Unterbezahlung von Lehrbeauftragten an deutschen Hochschulen. Es ist ja fast verständlich, dass die Dozenten ihren Arbeitsaufwand so gering wie möglich halten, wenn sie dafür nur einen Hungerlohn bekommen. Engagierte Vor- und Nachbereitung, didaktische Konzepte und persönliche Betreuung werden nicht honoriert.

Klar ist: Hochwertige Lehre kann unter solchen Voraussetzungen nicht stattfinden. Aber ohne externe Dozenten würde die Qualität der Lehre ebenfalls leiden, sagt die Uni Osnabrück. Im Sinne der Lehrbeauftragten und im Sinne der Studenten muss also dringend eine Lösung her. Entweder geht die Bezahlung hoch oder die Belastung runter.


Der Artikel zum Kommentar