Politik gegen Verwaltungsvorschlag Osnabrücker Nachtflohmarkt weiter zweimal pro Jahr

Von Sandra Dorn

Sicher ist: Der Nachtflohmarkt wird von der Fußgängerzone an den Ledenhof verlegt. Foto: David EbenerSicher ist: Der Nachtflohmarkt wird von der Fußgängerzone an den Ledenhof verlegt. Foto: David Ebener

Osnabrück. Der Vorschlag der Verwaltung, den Osnabrücker Nachtflohmarkt von zwei- auf einmal pro Jahr im Sommer zu reduzieren, ist bei den Ratspolitikern durchgefallen.

Die Mitglieder des Ausschusses für Feuerwehr und Ordnung wollen an den bewährten Terminen – erster Sonntag im Mai und zweiter Sonntag im September – festhalten.

Einig sind sie sich auch darin, den Flohmarkt aus der Fußgängerzone an den Ledenhof zu verlegen und die Uhrzeit auf 18 bis 2 Uhr festzulegen. Strittig blieb in der Ausschusssitzung am Donnerstag die Frage, ob es künftig eine Vorab-Standanmeldung geben soll oder nicht.

Dabei war die überhaupt erst der Anlass für eine Verlegung aus der Fußgängerzone an den Bereich rings um Ledenhof und Katharinenkirche inklusive Reichwein-Platz, Redlinger Straße und Hakenstraße bis zum Kamp. Vor den Geschäften in der Fußgängerzone ist es laut Verwaltung an Samstagen wegen des laufenden Geschäftsbetriebs nicht möglich, vorab gebuchte Stände auf dem Boden zu markieren.

Stadtbaurat Frank Otte (Grüne) plädierte vor allem wegen des Personalaufwandes für eine Standvergabe über ein Online-Buchsystem statt des bisherigen Windhundprinzips. Zurzeit kassieren die städtischen Mitarbeiter die Standgebühren vor Ort ab, jeder darf seinen Stand aufstellen, wo Platz ist. Dadurch hat sich die Startzeit mit den Jahren immer weiter nach vorne geschoben – vom Sonntagvormittag in die Nacht von Samstag auf Sonntag bis hin dazu, dass viele Händler ihre Stände jetzt schon am Samstagnachmittag aufbauen. „Wir haben beim letzten Mal fast nicht genügend Mitarbeiter zusammenbekommen, die wir nachts losschicken konnten“, so Otte. Ergebnis: Nicht alle Händler mussten die Gebühr entrichten.

Pro „Windhundprinzip“

Die CDU-Fraktion hatte zur Ausschusssitzung einen umfangreichen Änderungsantrag gestellt. An den bewährten zwei Terminen pro Jahr würden viele Auswärtige viel Geld in die Stadt bringen, argumentierte Ratsmitglied Christoph Bertels (CDU). Gegen einen einzigen Termin im Sommer spreche zudem die Konkurrenz zu anderen Veranstaltungen vor den Sommerferien. Auch sollen Verkäufer weiterhin die Möglichkeit haben, Stände ab einem Meter Länge für 10 Euro aufzustellen und nicht pauschal 20 Euro für drei Meter zu zahlen, wie von der Verwaltung vorgeschlagen.

„Ich finde das Windhundprinzip gar nicht so schlecht“, stimmte ihm Thomas Klein (Grüne) zu. „Flohmarkt hat auch etwas mit Spontaneität zu tun.“ Auch Oliver Hasskamp (FDP) sprach sich für das „Spontane, Freiheitliche“ aus. Anita Kamp (SPD) mahnte hingegen, die Belange der städtischen Mitarbeiter im Blick zu behalten. Sowohl SPD als auch Grüne wollten das Thema noch einmal in ihren Fraktionen besprechen. Eine Entscheidung wird der Rat deshalb erst in seiner Dezember-Sitzung fällen.