Welthandel fair gestalten Comic-Projekt der Süd-Nord-Beratung in Osnabrück

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Die Berliner Zeichnerin Jana Kreisl verarbeitete die Ideen aus Osnabrück zu einem Comic. Foto: Moritz FrankenbergDie Berliner Zeichnerin Jana Kreisl verarbeitete die Ideen aus Osnabrück zu einem Comic. Foto: Moritz Frankenberg

Osnabrück. Mit einer ungewöhnlichen Aktion hat die Süd-Nord-Beratung auf fairen Handel aufmerksam gemacht. Ein Live-Comic-Projekt hat die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele zeichnerisch dargestellt. Nun sollen sie bekannt gemacht und in die Politik und die Bevölkerung getragen werden.

Im Marcel-Callo-Haus, dem Sitz der Süd-Nord-Beratung in der Kleinen Domsfreiheit, trafen sich am Samstagvormittag interessierte Menschen und Ideengeber. Die Berliner Comic-Zeichnerin Jana Kreisl hatte eine Menge zu tun. Sie setzte Sätze wie „Bessere Bezahlung für Bauern“, „Keine Plastiktüten in Osnabrück“ oder „Das Thema Nachhaltigkeit in Lehrpläne aufnehmen“ in Zeichnungen um.

Diese Sätze stammten von den Schülern der Fair-Trade-AG des Graf-Stauffenberg-Gymnasiums. Überbracht wurden sie von Sinan (16) und Jonas (15). Die beiden verkaufen mit anderen Jugendlichen in den Pausen an der Schule fair gehandelte Produkte.

In Osnabrück fokussierten sich die Ideengeber für das Bild auf drei Punkte der 17 UN-Nachhaltigkeitsziele: Weltweiter Frieden und Gerechtigkeit, globale Partnerschaften und Zusammenarbeit sowie nachhaltiger Konsum und menschenwürdige Produktionsbedingungen.

Das fertige, großformatige Comic-Bild mit allen Sätzen wird mit anderen Strips aus Hannover, Göttingen, Oldenburg, Lüneburg und Braunschweig und einem Forderungskatalog an Landespolitiker in Hannover übergeben. Alle Comics können im Internet auf der Seite www.ven-nds.de  angesehen werden.

„Das Thema Fairer Handel muss von Politikern angegangen werden“, sagte Birte Horn von der Süd-Nord-Beratung und fügte an, dass auch jeder Bürger darüber nachdenken müsse, ob das x-te T-Shirt wirklich gekauft oder das Geld nicht in ein nachhaltiges Kleidungsstück investiert wird, das länger hält. Dirk Steinmeyer, Geschäftsführer der Süd-Nord- Beratung sagte, die Bildungsarbeit sei die Hauptaufgabe seiner Institution. „Durch das Aufzeigen der Probleme sollen gezielt politische Maßnahmen und das eigene Konsumverhalten beeinflusst werden.“

Ein Adressat der Kampagne „Entwicklungsland Niedersachsen“, in deren Zuge die Aktion in Osnabrück stattfand, ist der CDU-Landtagsabgeordnete Burkhard Jasper. Er hatte wie der Grüne Volker Bajus sein Kommen zugesagt. Aber nur Jasper erschien. „Das Thema ist auch für Niedersachsen relevant, weil wir uns hier auch für andere Länder einsetzen müssen, denen es nicht so gut geht und so Fluchtursachen bekämpft werden“, sagte er. Er war schon in Hannover bei der Live-Comic-Aktion. Dadurch seien Menschen für das Thema sensibilisiert worden, meinte er. Das Medium Comic findet er gut. „Man muss neue Wege gehen.“

Am 15. November findet im Forum am Dom um 19.30 Uhr der Vortrag Kritischer Konsum — Welche Macht habe ich beim Einkauf?“ statt.


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