„Kinder helfen Kindern“ Erste „Juniorhelfer“ in Osnabrücker Grundschule

Von Katja Steinkamp

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Die neuen „Juniorhelfer“ der Stüveschule mit (von links) Gunnar Wascher (Lehrer), Sonja Hehsling (Ausbildungsbeauftragte und Koordinatorin für Schularbeit, Deutsches Rotes Kreuz) und Carina Kohnen (stellvertretende Kreisleiterin des Jugendrotkreuzes). Foto: Katja SteinkampDie neuen „Juniorhelfer“ der Stüveschule mit (von links) Gunnar Wascher (Lehrer), Sonja Hehsling (Ausbildungsbeauftragte und Koordinatorin für Schularbeit, Deutsches Rotes Kreuz) und Carina Kohnen (stellvertretende Kreisleiterin des Jugendrotkreuzes). Foto: Katja Steinkamp

kast Osnabrück. Das Projekt „Kinder helfen Kindern“ des Deutschen Roten Kreuzes will Schülern praktische Fertigkeiten in Erster Hilfe vermitteln. Nun gibt es die ersten ausgebildeten „Juniorhelfer“ an der Stüveschule in Osnabrück.

Am Mittwoch wurden die neuen „Juniorhelfer“ in der Stüveschule geehrt. Die Viertklässler hatten an einer AG teilgenommen, in der ihnen die Wichtigkeit der Ersten Hilfe nahegebracht wurde, in der sie aber auch viel Spaß hatten. „Dies war der Probelauf. Wir haben gesehen, wie toll das geklappt hat“, sagt Carina Kohnen, stellvertretende Kreisleiterin des Jugendrotkreuzes, eines eigenständigen Jugendverbandes des Deutschen Roten Kreuzes. Deswegen gehe das Projekt auch weiter. Die nächsten Klassen stehen schon in den Startlöchern.

Kinder zum Helfen sensibilisieren

„Es werden eigentlich erst ab der Sekundarstufe I Schulsanitäter ausgebildet“, sagt Sonja Hehsling, Ausbildungsbeauftragte und Koordinatorin für Schularbeit vom Deutschen Roten Kreuz. Den Schulsanitätsdienst gebe es schon lange, sagt sie. Das Jugendrotkreuz bietet diese Ausbildung aber schon für Kinder ab sechs Jahren an. „Meine Tochter geht hier zur Schule, und nach dem neuen Grundschulkonzept, haben wir uns überlegt, wie man so eine Ausbildung hier einbinden kann“, erzählt Kohnen. In der AG lernen die Kinder die Basisaufgaben eines Ersthelfers. Anders als bei den älteren Schulsanitätern wird den Grundschülern zunächst das Trösten beigebracht, wenn es jemandem schlecht geht. „Wir möchten die Kinder in erster Linie sensibilisieren. Sie lernen neben dem Trösten, wie man sich im Straßenverkehr verhält oder dass man beim Fahrradfahren einen Helm tragen muss“, erklärt Hehsling. Außerdem werden den Schülern Filme gezeigt oder Geschichten vorgelesen. „Es wird eine Geschichte vorgelesen, zum Beispiel über einen Fahrradfahrer, der hinfällt. Wir tauschen dann die Namen in der Geschichte gegen die Namen der Schüler aus.“ Sie bekämen dadurch ein besseres Verständnis für eine Situation, wenn sie ihren oder den Namen eines Mitschülers in der Geschichte hörten, meint Hehsling. Mit den Kindern werde dann erarbeitet, was sie in dieser Situation besser machen oder wie sie helfen können. „Die Kinder sind mit Begeisterung dabei“, sagt Kohnen.

Andere Schulen für das Projekt begeistern

„Wir haben die stabile Seitenlage gelernt“, sagt eine Schülerin. Eine andere erzählt: „Wir haben bei der Feuerwehr angerufen und den Notruf geübt.“ Es war wie bei einem echten Notruf: „Sie haben uns gefragt, was passiert ist, wo es passiert ist und wie viele Personen verletzt sind“, sagt ein weiterer Schüler. Auch bei Nasenbluten oder Schürfwunden wissen die Kinder jetzt, was zu tun ist. „Wir haben Verbände mit Kompressen gemacht.“ Die Viertklässler erzählen begeistert, dass sie schon Zuhause helfen konnten, wenn sich jemand geschnitten hat.

Das DRK möchte so viele Schulen wie möglich von diesem Projekt überzuegen. Es sei wichtig, Kindern früh das Helfen beizubringen, denn dann würden sie auch anderen schneller helfen, wenn sie erwachsen sind, sagt Hehsling. Außerdem: „Es soll das Miteinander gefördert werden“, ergänzt Kohnen. Auch die Kinder freuen sich daran zu wissen, dass sie anderen helfen können und wünschen sich für die Zukunft: „Es soll viele Kinder geben, die die Erste Hilfe lernen. Es soll kein Ärger mehr an Schulen geben und sich alle vertragen.“ Denn helfen könne jeder, egal wie klein er sei, sagt eine Schülerin.

Ersthelferrucksack und Friedenstaube

Die Kinder der AG bekamen von Kohnen und Hehsling einen Ersthelferrucksack überreicht, gefüllt mit Verbandsmaterial, Handschuhen und weiteren Erste-Hilfe-Utensilien. Eine Ersthelfermappe durfte auch nicht fehlen, um Informationen noch einmal nachlesen zu können. Anlässlich des Steckenpferdreitens gab Schulleiter Martin Igelmann den Kindern außerdem die Friedenstaube als Symbol für ihr Helferprojekt. „Die Friedenstaube könnt ihr mit Stolz tragen, bei dem, was ihr geleistet habt.“


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