Komponist mit Herz „Concert Remarquable“: Smetanas klingender Lebensweg

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Das Trio, das Smetana seiner toten Tochter widmete, spielten Violinistin Franziska Hahn-Majersky, Pianist Clemens Rave und Cellistin Irene Liebau. Foto: Michael GründelDas Trio, das Smetana seiner toten Tochter widmete, spielten Violinistin Franziska Hahn-Majersky, Pianist Clemens Rave und Cellistin Irene Liebau. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Im Rahmen der Reihe „Concert Remarquable“ skizzierten Annette Kristina Banse und Hans Christian Schmidt-Banse das Leben des tschechischen Komponisten Friedrich Smetana.

Es ist ein Lamento, ein Trauermarsch, den das Trio da mit Emphase vorträgt. Es ist das klingende Gedenken an eine viel zu früh gestorbene Person, das so schmerzhaft in diesem Trio zum Ausdruck kommt. Und es ist noch nicht einmal die erste Frau des Komponisten, die im Alter von 32 an Tuberkulose starb, der er dieses Trio widmete. Nein, es war die viereinhalbjährige Tochter Friederike, die Friedrich Smetana unter großer Trauer musikalisch Grabe trug.

Trio für Violine, Violoncello und Klavier g-Moll op. 15 heißt das Werk des tschechischen Komponisten, das er 1855 seiner toten Tochter widmete. Violinistin Franziska Hahn-Majersky, Cellistin Irene Liebau und Pianist Clemens Rave spielen das dramatische Werk im Saal des Steigenberge Hotel Remarque als Abschluss eines „Concert Remarquable“ mit dem Titel „Ein Komponist mit dem echt tschechischen Herzen“. Damit ist Smetana gemeint und der Satz soll von Franz Liszt kommen – als Antwort auf die abfällige Bemerkung eines Zeitgenossen, dass das Böhmerland doch nur Fiedler hervorgebracht habe.

„Friedrich Smetanas Lebens- und Leidensweg“ steht diesmal auf dem Programm von Annette Kristina Banse und Hans Christian Schmidt-Banse. Biografische Daten zu dem Komponisten werden mit Hörbeispielen verquickt, um das Leben des Tschechen lebhaft zu illustrieren. Tatsächlich hört es sich bald an, als „laufe ein Mäuschen über die Tastatur“, so filigran gestaltet sich die Tonsetzung. Rasant lässt Rave seine Finger am Flügel agieren.

Als Genie, dessen Hauptanliegen es gewesen sei, die Polka als tschechischen Nationaltanz salonfähig zu machen, wird Smetana charakterisiert, als warmherziger Vater, nicht all zu strenger Lehrer und als Mann, der im Alter von 60 Jahren taub und in geistiger Umnachtung starb. „Er liebte das Leben, doch am Ende hatte das Leben ihn nicht mehr lieb!“


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