Fundstücke 2018 womöglich in Berlin Osnabrücker Kupferschatz älter als bisher angenommen

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Der Kupferschatz im Kulturgeschichtlichen Museum. Foto: Michael GründelDer Kupferschatz im Kulturgeschichtlichen Museum. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Der im Juni 2016 bei Bauarbeiten in Osnabrück-Lüstringen gefundene Kupferschatz ist älter als bislang angenommen.

Nach einem Jahr mit zahlreichen Untersuchungen zeigt sich, dass die Exponate noch älter sind, als ursprünglich angenommen. Entgegen der ursprünglichen Annahme, die vier gefunden Gegenstände seien 4000 bis 4500 Jahre alt, sind diese den Wissenschaftlern zufolge mindestens 500 Jahre älter – alter als 5000 Jahre. Demnach stammen sie nicht aus der Einzelgrabkultur, sondern aus der sogenannten Trichterbecherkultur, also der Zeit der Großsteingräber, teilte die Stadt mit.

„Wir können nicht mit Bestimmtheit sagen, welchem Zweck diese Schmuckstücke dienten oder warum sie dort vergraben wurden. Sicher ist aber, dass dieser Metallschmuck für die damals lebenden Menschen einen unermesslichen Wert darstellte“, wird der Leiter der Stadt- und Kreisarchäologie, Axel Friederichs, in der Mitteilung zitiert.

2018 womöglich in Berlin ausgestellt

Mit einem Alter von mehr als 5000 Jahren eröffnen die Ergebnisse neue Perspektiven zur Erforschung der Anfänge der Metallurgie. Sie führen den Wissenschaftlern zufolge zu tieferen Einblicken in die Frühzeit der Fernhandelsbeziehungen in Europa und der Herausbildung von gesellschaftlichen Eliten deutlich vor der Wende von der Steinzeit zur Bronzezeit. Die Fundstücke seien so bedeutend, dass sie voraussichtlich 2018 in Berlin im Rahmen einer Ausstellung zum Weltkulturerbe gezeigt werden.

Glücksfund in Lüstringen

Lennard Janßen, ein ehrenamtlicher Mitarbeiter der Stadt- und Kreisarchäologie Osnabrück, hatte den Kupferschatz im Juni 2016 bei Bauarbeiten in Lüstringen gefunden. Die Fundstücke waren drei sogenannte Lunulae, also halbmondförmiger Brust- oder Halsschmuck, und eine Kupferaxt. In Zusammensetzung und Umfang ist dies der Stadt zufolge einer der ungewöhnlichsten und ältesten Schatzfunde Norddeutschlands.

Millimeterarbeit in Hannover

Bei der seinerzeit anschließenden Ausgrabung wurde die unmittelbare Fundstelle als fast 300 Kilogramm schwerer Erdblock eingegipst und nach Hannover ins Landesamt für Denkmalpflege transportiert. In der dortigen Restaurierungswerkstatt wurde der Inhalt des Blockes bis in den Sommer 2017 hinein millimeterweise ausgenommen. Dabei traten fehlende Reststücke der drei Lunulae zutage – immerhin fast 30 Prozent. Außerdem wurden alle noch so winzigen organischen Reste geborgen und mehrere Bodenproben entnommen.

Einen Film zum Fund des Osnabrücker Kupferschatzes zeigt der Internetauftritt des Kulturgeschichtlichen Museums unter www.osnabrueck.de/kupferschatz.

Der im Juni 2016 bei Bauarbeiten in Osnabrück gefundene Kupferschatz ist älter als bislang angenommen. Foto: Stadt Osnabrück/Gerhard Meyering


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