Drei Beats zur gleichen Zeit Schlagzeuger spielt in der Autowerkstadt

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Klangkunst am Drumset mit Terry Bozzio . Foto: PR-FotoKlangkunst am Drumset mit Terry Bozzio . Foto: PR-Foto

Gaste. Zum zweiten Mal zu Gast in der Gaste Garage: Schlagzeuger Terry Bozzio, der sich einst mit Frank Zappa einen Namen machte.

Terry Bozzio ist ein Schlagzeuger der Extraklasse: Wenn er mit seinen Drumsticks die fein gestimmten Trommeln seines Schlagzeugs anschlägt, erzeugt er eine solche Geschwindigkeit, dass die einzelnen Schläge nicht mehr identifizierbar sind und stattdessen Tonfolgen entstehen, die sich zu einer Melodie fügen. Daher hat sein Spiel wenig mit dem Schlagzeugsolo gemein, das viele Bands in ihr Konzert integrieren. Nein, Bozzio spricht zu Recht von Kompositionen, die er da an seinem riesigen Drumset spielt.

In der Gaste Garage war der amerikanische Musiker jetzt zum zweiten Mal zu Gast und faszinierte die Zuschauer einmal mehr mit exklusiver Perkussionskunst. Ob Ethnoklänge aus der ganzen Welt oder klassische Motive, ob die Fusion von Jazz und Rock oder die Verbindung mit Elektro-Sounds, hier gibt es weder Genregrenzen noch Schranken bezüglich der instrumentellen Fähigkeiten. Nach und nach steigert Bozzio das Qualitätslevel: Ist es zunächst ein Viervierteltakt, auf den er seine komplexen Trommelmelodien bettet, so werden die Rhythmen immer komplizierter und vielschichtiger. Gegen Ende des Konzerts zählt man tatsächlich drei verschiedene Beats, die Bozzio allein als Grundrhythmus gleichzeitig spielt. An einem einzelnen würde ein „normaler“ Drummer schon verzweifeln. Aber gerade da ist der Kalifornier, der durch das Zusammenspiel mit Frank Zappa berühmt wurde, in seinem Element. Er tritt ans Mikrophon und erklärt den verblüfften Zuhörern seine Vision von einem universellen Beat, nicht ohne die wissenschaftlichen Zusammenhänge, die physikalischen Wellen und Frequenzen mit einzubeziehen.

Übrigens ist Terry Bozzio wirklich kein, wie man denken könnte, abgehobener Spiritueller, der sich in ein esoterisches Weltbild trommelt. Nein, an anderer Stelle des Abends entschuldigt er sich für die derzeitige amerikanische Politik: „Der jetzige Präsident ist nicht mein Präsident“, sagt er und trommelt danach auf einer Cajon oder entwirft mit einer elektronischen, so genannten „Wave Drum“ auch ohne sein Drumset die aufregendsten Rhythmusgespinste.

Schließlich gibt Terry Bozzio noch einmal alles, lässt Komposition Komposition sein, trommelt einen Monstergroove, lässt die Becken kreischen und erweckt so doch noch den Eindruck, in einem richtigen Rockkonzert mit einem Schlagzeugsolo zu sein.


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