Filmfest Osnabrück 2017 Endlich erklärt: der rätselhafte Filmfest-Trailer

Geld her!, sagt der Trailer zum 32. Filmfest Osnabrück. Mehr als drei Euro fordern die kriminellen Cineasten allerdings nicht. Screenshot: Filmfest Osnabrück, dabGeld her!, sagt der Trailer zum 32. Filmfest Osnabrück. Mehr als drei Euro fordern die kriminellen Cineasten allerdings nicht. Screenshot: Filmfest Osnabrück, dab

Berlin. Ein Filmfest findet an der Theke statt! Im täglichen Tresenbericht fassen wir die letzten Wahrheiten zum Festival zusammen. Zum Abschluss die längst fällige Analyse des Festival-Trailers.

Nichts war in den letzten fünf Tagen verstörender als der Festival-Trailer vor jeder Filmvorführung. Mit der Stumpfmaske des notorischen Bankräubers dringt eine Frau in die Bäckerei ein und schiebt einen Zettel mit Forderungen über die Theke. „Osnabrück ist in Filmfest-Stimmung“, lautet das Motto zum Clip. Merke: Wer zu viele Filme über Gangster guckt, nimmt sogar beim Brötchenkauf ihre Gewohnheiten an. Welcher Festivalfilm mag diese Einfühlung ins Verbrechen auslösen? Der Beitrag über die Todesstrafe in Singapur wird es nicht gewesen sein; der über die Roten Khmer hoffentlich auch nicht. War der Trailer am Ende ein heimliches Votum für die Genrefilm-Sparte, dem einzigen Ort des Festivals, an dem Monster, Killer und Kannibalen gut aussehen? Man könnte es meinen – aber in Wahrheit ist die Botschaft weniger aggressiv, als das Setting vermuten lässt. Was nämlich verlangt die kriminelle Filmliebhaberin beim Bäcker? Teigwaren im Gegenwert von drei Euro. Darin steckt eine klare Geste der Beschwichtigung, über die auch Strumpfmasken nicht hinwegtäuschen: Selbst in seinen enthemmtesten Fantasien begnügt das Festival sich auch weiterhin mit maßvollen Etats.


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