Neue Kombination Interaktive Displays und grüne Tafeln in Osnabrücker Schule

Von Katja Steinkamp

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kast Osnabrück. Die Thomas-Morus-Schule in Osnabrück sanierte in den Sommerferien ihr zweites Obergeschoss. Mit dem Umbau wurden interaktive, digitale Displays sowie grüne Tafeln in Kombination in 14 Klassen eingebaut. Schüler und Lehrer sind bisher zufrieden.

Das zweite Obergeschoss der Osnabrücker Oberschule erscheint in neuem Glanz. Nicht nur die Klassenräume wurden saniert, auch ein neues Projekt im Bereich digitaler Medien wurde gestartet. In Kooperation mit der Firma VS-Visu ermöglichte die Schulstiftung des Bistums Osnabrück, der Schule neue interaktive Displays in Kombination mit grünen Tafeln einzubauen. Das interaktive Display ist wie ein großer Fernseher zu verstehen, der mithilfe von Infrarotsensoren eine Touchfunktion beinhaltet. Außerdem ist ein Rechner integriert, der es dem Lehrer ermöglicht mit Maus und Tastatur den Bildschirm wie einen Computer zu benutzen. Eine Tafel, die wie ein großes Tablet funktioniert. „Das Display ist höhenverstellbar und es können mehrere Schüler gleichzeitig auf dem Bildschirm schreiben, da es eine 10-Finger-Schreibfunktion und 20-Finger-Touchfunktion hat“, sagt Markus Leuderalbert, Mitarbeiter der Firma VS.

Schulungen für Lehrer

Leuderalbert führt auch die Schulungen für die Lehrer durch. Vier Fortbildungen sind für dieses Jahr angesetzt, um das Kollegium an die Materie der interaktiven Displays heranzuführen. „Die Grundfunktionen sind selbsterklärend. Es sind zwei Handgriffe, dann kann man wie auf einer normalen Tafel schreiben“, weiß Schulleiter Matthias Wocken. „Schwieriger wird es, wenn man die Dokumente aus dem Unterricht speichern möchte, um beim nächsten Mal daran anzuknüpfen.“ Dies sei auch ein Vorteil, wenn Schüler krank sind. Diese können sich dann direkt den verpassten Unterrichtsstoff über das Schulsystem herunterladen. All diese Tricks lernen die Lehrer in den Schulungen.

Schüler sind begeistert

„Die fünften Klassen erklären teilweise schon den Lehrern, wie das Display funktioniert“, sagt Wocken. Es sei aber eher ein Anfangsbonus, dass die Schüler so begeistert seien. „Im Moment ist es ein Highlight für die Schüler. Alle wollen an der neuen Tafel arbeiten.“ Darauf könne man aber nicht bauen, sagt Wocken. „Es kann auch passieren, dass die Begeisterung bald wieder abfällt. Das hoffen wir aber natürlich nicht.“ Die Schüler finden kaum negative Punkte an dem digitalen Bildschirm. Im Gegenteil: „Man ist viel flexibler. Wir können ins Internet gehen und etwas nachgucken“, sagt ein Schüler der neunten Klasse. Ein weiterer: „Ich verstehe den Stoff viel schneller. Letztes Mal hatten wir ein Thema, unter dem sich keiner von uns etwas vorstellen konnte. Unser Lehrer hat uns dann direkt ein Bild dazu gezeigt und ich konnte es direkt nachvollziehen.“ Das einzige, was einem Schüler negativ auffällt, sei, dass das Display bei ungünstiger Lichtverhältnisse zu sehr spiegelt. „Dafür haben wir aber dann Jalousien, die wir zu machen können“, sagt der Schulleiter. Auf die Frage, ob es für die Schüler anstrengender sei, den ganzen Unterricht lang auf ein Display zu schauen, als auf eine normale Tafel, sind alle einer Meinung: Für die Schüler sei es nicht anstrengender. Die Lehrer der Thomas-Morus-Schule ergänzen, dass der Hintergrund unterschiedliche Farben annehmen kann. „Wenn der weiße Hintergrund irgendwann zu grell auf die Schüler wirkt, kann man eine dunklere Farbe wählen, die angenehmer ist“, erklärt Wocken.

Einzigartige Kombination

In einem Musterraum wurden die Lehrer auf das neue System vorbereitet. Erst nach einer Testzeit wurde in einer Konferenz beschlossen, das System zu erweitern. „Bisher hat noch kein Lehrer gesagt, dass er den Bildschirm nicht mag. Aber wenn, wäre das auch kein Problem für uns.“ Links und rechts neben dem digitalen Display sind die herkömmlichen grünen Tafeln montiert, die mit Kreide beschreibbar sind, auf die die Lehrer jederzeit ausweichen können. Diese Kombination sei bisher einzigartig, so Leuderalbert. „Gerade das macht es aus, dass das Kollegium sich wohlfühlt“, weiß Wocken. Wenn die grünen Tafeln zur Mitte hin ausgeklappt werden, sei sogar das Display geschützt. Die Schüler können sich auf das analoge System konzentrieren und werden nicht mehr von dem Bildschirm abgelenkt.

Sanierung geht weiter

In den Osterferien soll das nächste Stockwerk saniert werden. Ob es die interaktiven Displays auch in andere Räume schaffen, hänge von der Finanzierung und der jetzigen Testphase ab. „Wenn sich der Umgang mit den Displays weiterhin positiv entwickelt, ist es auf jeden Fall vorstellbar, die anderen Klassenräume damit aufzurüsten“, sagt der Schulleiter. Ein Tafelsystem in dieser Kombination koste 11000 Euro. Eine auf kurzer Sicht zwar teure Anschaffung, aber der Schulleiter ist zuversichtlich: „Es muss sich erst unter Beweis stellen, aber auf lange Sicht wird diese Art des Tafelsystems günstiger und einfacher sein.“


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