Kritik an Fahrpreiserhöhung VCD Osnabrück fordert flexible Zeitkarten für Busse

Von Sebastian Stricker

Zeitkarten für den öffentlichen Nahverkehr sollten unabhängig von starren Kalendereinteilungen gültig sein, fordert der VCD-Kreisverband Osnabrück. Foto: Michael GründelZeitkarten für den öffentlichen Nahverkehr sollten unabhängig von starren Kalendereinteilungen gültig sein, fordert der VCD-Kreisverband Osnabrück. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Der Verkehrsclub Osnabrück (VCD) kritisiert die zum 1. November 2017 geplanten Fahrpreiserhöhungen der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück. Zugleich untermauern die Fahrgastlobbyisten ihre Forderung nach flexiblen Zeitkarten für Busse.

Andere Städte in Deutschland seien gerade dabei, die Fahrpreise im öffentlichen Nahverkehr zu senken, teilt der VCD Osnabrück mit und führt als Beispiele Frankfurt am Main, München und Nürnberg an. Dort gelinge der Preisnachlass, indem etwa die Parkgebühren für Autos drastisch angehoben würden. In allen genannten Städten gebe es zudem hochwertige ÖPNV-Angebote, die außer Bussen (wie in Osnabrück) auch S-Bahn, Straßenbahn und U-Bahn umfassten. Ferner könne die Kundschaft mit Verbundtickets sogar Regionalzüge nutzen.

Auch bei den neuen Handytickets, die ab November von den Osnabrücker Stadtwerken als preiswerte Alternative zu Busfahrkarten aus Papier angeboten werden, sieht der VCD-Kreisverband Nachteile. Denn Voraussetzung für die Nutzung dieser Handytickets sei ein internetfähiges Smartphone. „So ein teures Gerät ist bei der Gruppe der älteren Fahrgäste nicht unbedingt vorhanden“, erklärt VCD-Sprecher Jörn Keck. (Weiterlesen: Ab 2017 billige Bustickets für Familien und Senioren in Osnabrück)

Sieben Tage statt eine Woche

Für bedauerlich hält es der Fahrgastlobby-Verein auch, dass mit der geplanten Tarifmaßnahme in Osnabrück erneut keine flexiblen Zeitkarten eingeführt würden. Laut VCD müsste es etwa einen Busfahrschein geben, der nicht wie das bestehende Tagesticket nach Betriebsschluss verfällt, sondern 24 Stunden lang gültig ist. Ebenso sollten Kunden – unabhängig von starren Kalendereinteilungen – mit einem Wochenticket sieben Tage lang fahren können, mit einem Monatsticket 31 Tage und mit einer Jahreskarte an bis zu 366 Tagen. In Berlin existiere ein solches Angebot in Teilen, auch bei der Deutschen Bahn in Nahverkehrszügen außerhalb der Verbünde. „Diese flexiblen Zeitkarten können ein Vorbild für Osnabrück sein“, meint Keck.